Donnerstag, 20. September 2018

Tutorial: Linux auf der Wii U ausführen (Lubuntu oder Debian)


Das nachfolgende Tutorial beschreibt, wie man auf der Wii U Linux installieren kann. Dabei sind sowohl Debian (Serverversion), als auch Lubuntu (Server- und Desktopversion) unterstützt.
Es gibt allerdings ein paar Einschränkungen. So stehen z.B. nur die hinteren USB Anschlüsse, keine Grafikbeschleunigung, kein Ton und nur 2GB RAM zur Verfügung. Eine aktuelle Liste mit der unterstützten Hardware findest du hier.

0. Anforderungen

Bevor man mit der Installation von Linux auf der Wii U starten kann, sollte man ein paar Anforderungen erfüllen. Folgendes wird notwendigerweise benötigt:
  • Wii U mit Homebrew Launcher (Coldboot Haxchi wird empfohlen), die an einen Bildschirm angeschlossen ist (man kann nicht nur das Gamepad verwenden)
  • PC mit Windows oder Linux als Betriebssystem
  • USB Speichergerät mit 512MB Speicherplatz, das keine wichtigen Daten enthält
  • SD Karte mit mindestens 10MB freiem Speicherplatz; es kann die gleiche wie für den Homebrew Launcher verwendet werden
  • USB Tastatur
Außerdem empfehle ich zusätzlich folgende Dinge wenn du einen von Linux unterstützen USB Hub hast:
  • USB Maus
  • USB zu LAN Adapter (nicht alle werden von Linux unterstützt)
  • LAN Kabel mit Internetverbindung

1. SD Karte vorbereiten

Wenn du auf der Wii U kein Coldboot Haxchi hast, dann benötigst du den CFW Booter auf der SD Karte.

Als Nächstes benötigst du das dtbImage, das auf die SD Karte in einen "linux" Ordner kopiert werden muss.
Die letzte Datei, die wir auf der SD Karte benötigen, ist eine fw.img-Datei, die ins Hauptverzeichnis kopiert werden muss. Du kannst sie hier finden.
Nach diesen Schritten solltest du folgende Dateien auf der SD Karte haben. Achte darauf, dass auch die Dateinamen inklusive Groß- und Kleinschreibung übereinstimmen.
SD:/fw.img
SD:/linux/dtbImage.wiiu
SD:/wiiu/apps/cfwbooter/cfwboot.elf
SD:/wiiu/apps/cfwbooter/icon.png
SD:/wiiu/apps/cfwbooter/meta.xml

2. USB Stick vorbereiten

Um das Image auf die SD Karte zu kopieren kann man entweder einen Computer mit Windows oder einen Computer mit Linux verwenden. Als erster Schritt muss der USB Speichermedium in den Computer gesteckt werden.
Nun muss man sich für eine Distribution die man starten möchte entscheiden und sie herunterladen. Ich persönlich empfehle bei allen USB Sticks, die mindestens 2GB groß sind die Lubuntu Desktop Version.

2.1. USB Stick unter Linux vorbereiten

Windows PC Nutzer können diesen Schritt überspringen.
Um den USB Stick vorzubereiten reicht es aus, das Image mithilfe von dd oder etcher auf den USB Stick zu schreiben. Dabei werden alle Daten auf dem Datenträger gelöscht.
Jetzt kannst du ihn sicher entfernen.

2.2. USB Stick unter Windows vorbereiten

Linux PC Nutzer können diesen Schritt überspringen.
Unter Windows musst du erst den Win32 Disk Imager herunterladen und installieren. Wenn du schon mal einen Raspberry Pi aufgesetzt hast solltest du ihn schon haben.
Als nächstes kannst du das heruntergeladene Image auf den USB Stick schreiben. Dazu kannst du im Programm im Image-Datei-Abschnitt auf das Ordnersymbol klicken und das entpackte Image auswählen. Dann kannst du unter dem Punkt Datenträger den Laufwerksbuchstaben auswählen.
ES IST WICHTIG, DASS DER RICHTIGE DATENTRÄGER AUSGEWÄHLT IST! ALLE DATEN AUF DEM DATENTRÄGER WERDEN GELÖSCHT!
Jetzt kannst du noch auf "Schreiben" klicken, darauf warten dass der Vorgang abgeschlossen ist, das Programm beenden und den USB Stick sicher entfernen.

3. Linux auf der Wii U starten

Der spannende Moment ist gekommen. Zuerst müssen sämtliche USB Speichergeräte von der Wii U entfernt werden. Stelle außerdem sicher, dass die SD Karte im SD Slot der Konsole ist.

Falls du Linux über den Homebrew Launcher starten müsstest ist jetzt der Zeitpunkt gekommen um den Homebrew Launcher zu starten, den USB Speichergerät in einen der hinteren Anschlüsse zu stecken und dort den CFW Booter zu starten. Erst danach dürfen die restlichen USB Geräte in die Konsole gesteckt werden.

Mit einem USB Hub kannst du die Tastatur und ggf. die Maus und den USB zu LAN Adapter inklusive LAN Kabel in den Hub stecken und eben diesen in einen der beiden hinteren USB Anschlüsse stecken. Wenn du nur eine USB Tastatur hast, dann muss diese in einen der beiden hinteren USB Anschlüsse gesteckt werden.

Falls du Coldboot Haxchi verwendest kannst du jetzt den USB Speichermedium in die Konsole stecken, selbige starten und beim Bootscreen das Haxchi-Menü aufrufen. Standardmäßig geht das mit der HOME-Taste. Hier kannst du auf dem Steuerkreuz vom Wii U Gamepad zu "Boot fw.img on SD Card" navigieren und zur Bestätigung "A" drücken.
Alles richtig gemacht sollte man jetzt von einer wunderschönen Konsole begrüßt werden, die einen freundlichst nach dem Benutzernamen fragt.

4. Linux einrichten

Für alle Eingaben im folgenden Abschnitt muss man bedenken, dass Tastaturen standardmäßig mit dem US Layout belegt sind. Um herauszufinden welche Taste wo ist kann man folgendes Bild verwenden:
Um das Layout bis zum nächsten Neustart auf ein deutsches umzustellen kann man nachdem man sich angemeldet hat folgenden Befehl verwenden: "setxkbmap -layout de".

4.1 Debian einrichten

Wenn du ein Lubuntu Image heruntergeladen hast, kannst du diesen Schritt überspringen.
Die Anmeldedaten für die Konsole lauten sowohl für Benutzername, als auch für Passwort "root". Um das Passwort zu ändern kannst du den Befehl "passwd" verwenden.
Ohne LAN Anschluss ist das Tutorial jetzt schon abgeschlossen. Du kannst z.B. den Befehl "nano" verwenden um einen Texteditor zu öffnen und Dokumente zu bearbeiten.
Mit einer Internetverbindung kannst du dir aus dem Internet Softwarepakte für die Konsole herunterladen. Da Debian die URLs für den PowerPC Beta Branch geändert hat müssen sie umgebogen werden. Eine Anleitung dafür findest du hier.

4.2 Lubuntu einrichten

Wenn du ein Debian Image heruntergeladen hast, kannst du diesen Schritt überspringen.
In der Konsole kann man sich mit dem Benutzernamen "root" und dem Passwort "wiiu" anmelden. Um das Passwort zu ändern kannst du den Befehl "passwd" verwenden.
Als Nächstes empfehle ich, die Größe der Hauptpartition der Größe des USB Sticks anzupassen. Standardmäßig ist diese nämlich nur ca. 300MB bzw. 2GB groß. Das geht mit folgendem Befehl: "/usr/local/share/linux-wiiu/rootfs_enlarge.sh".
Jetzt sollte die Wii U neustarten. Um das Image erneut auszuführen muss man als Homebrew Launcher Nutzer wieder den Homebrew Launcher und dann den CFW Booter starten bzw. als Coldboot Haxchi Nutzer das Haxchi Menü öffnen und "Boot fw.img on SD Card" auswählen.
Alle Nutzer des Server Images sind jetzt fertig. Aber Desktop Nutzer wollen natürlich noch eine fancyge Oberfläche haben.
Um die zu aktivieren muss man sich erneut mit einloggen (hier ggf. das neue Passwort verwenden) und die folgenden zwei Befehle ausführen: "dpkg-reconfigure lightdm" und "reboot". Auch hiernach muss Linux erneut ausgeführt werden.
Im Folgenden sollte man in einem normalen Desktop Loginscreen landen. Hier kann man sich als anderer Nutzer wieder mit den Logindaten einloggen und ggf. in den "System Tools" unter "Users and Groups" in dem Apps Menü einen neuen Nutzer erstellen.

5. Was jetzt?

Eine gute Idee wäre es wenn man eine Internetverbindung hat erstmal mit den Befehlen "sudo apt-get update" und "sudo apt-get upgrade" die Pakete zu aktualisieren. Bei der Installation von neuen Paketen sollte man bedenken, dass viele nicht unter der PowerPC Architektur verfügbar sind.
Außerdem möchtest du vermutlich, dass das System immer ein deutsches Tastenlayout verwendet. Man kann das Layout folgendermaßen ändern:
In der Datei "/etc/default/keyboard" befindet sich der Parameter "XKBLAYOUT", dessen Wert man auf "de" ändern muss. Das sollte dann folgendermaßen aussehen:
"XKBLAYOUT="de".
Unter der Lubuntu Desktop Version kann man jetzt z.B. mit Firefox im Internet surfen. Hier sollte man allerdings bedenken, dass es keine Hardwarebeschleunigung für die Grafik gibt. Außerdem kann man sich Filme ohne Ton oder PDF Dokumente anschauen.
Ansonsten kann man z.B. mit dem Befehl "sudo apt-get install openttd" das Spiel OpenTTD installieren und danach spielen.

Dienstag, 28. August 2018

R4S Dongle Review (r4i-sdhc.com)

Struktur:
1. Überblick (mit offiziellen Funktionen)
2. Packung und Inhalt
3. Qualität des Produktes
4. Installation und Benutzung
5. Kompatibilität
6. Schlussergebnis

1. Überblick

Nachdem das Team Xecuter einen USB Dongle zum Ausführen einer Custom Firmware auf Nintendo Switch Konsolen herausgebracht hat war es nur eine Frage der Zeit, bis weitere Größen in der Szene folgen. Dadurch, dass seit Juli 2018 immer mehr gepatchte Konsolen verkauft werden, auf denen der Exploit nicht mehr funktioniert, ist es höchste Zeit derartige Produkte auf den Markt zu bringen. Das tut jetzt auch das r4i-sdhc.com Team, welches seit vielen Jahren für ihre Mainstream-DS Flashkarten mit Zeitbombe bekannt ist. Im Gegensatz zum SX Pro gibt es hier allerdings keine eigene Custom Firmware. Es werden mehrere Dateipakete mit CFWs aus der Community angeboten und der Dongle erlaubt es die Payload zu ändern sodass man auch z.B. das SX OS damit starten kann.
Diese USB Dongles sind nicht unbedingt nötig. Man kann auch ein Handy oder einen Computer verwenden um die Arbeit zu übernehmen. Allerdings muss man dann immer ein Kabel mitnehmen und ein kleiner Dongle ist insbesondere in der Öffentlichkeit deutlich weniger auffällig als es mit einem Handy der Fall wäre.
Der Artikel wurde mir freundlicherweise vom r4i-sdhc.com Team als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür.

Offizielle Funktionen (von der Rückseite der Verpackung, frei aus dem Englischen übersetzt):
- Offener Quellcode
- Funktioniert auf jeder Firmware aus jeder Region
- Einfach benutzbarer Dongle um einen Homebrew Loader zu starten oder eine Custom Firmware inklusive SX OS
- Einfach die Payloads zu aktualisieren
- Enthält USB Dongle und Payloads sind kostenlos herunterladbar
- Kein Löten notwendig
- Garantie bleibt erhalten
- Komplett aktualisierbar indem man einfache Drag- and Drop Operationen verwendet

2. Packung und Inhalt



Wer einen Artikel des Herstellers hat, der kennt die Verpackung: eine rote Box, auf deren Vorderseite das R4(s)-Logo prankt. Darunter steht nicht 3DS sondern DONGLE FOR SWITCH. Auf der, verglichen mit dem Karton von der R4i B9S leicht dunkleren Rückseite, stehen die offiziellen Funktionen und Entsorgungshinweise. Wenn man die Box öffnet kann man eine durchsichtige Einlage aus Plastik herausziehen, die in drei Fächern ein USB A zu MicroUSB Kabel, einen JIG und den Dongle enthält. Das USB Kabel ist relativ dünn, kurz und wird verwendet um den Dongle zu laden und um den Payload zu aktualisieren; mehr dazu später. Der JIG wird an der Switch in die Schiene für den rechten Joy-Con geschoben um Pin 7 und 10, die der Joy Con im gedockten Modus verwendet, zu verbinden. Zusammen mit einer Tastenkombination kann man die Switch dann in den Recovery Mode starten. Als letztes befindet sich in der Packung der Dongle, den man in den USB C Anschluss der Switch steckt. Wenn die Switch sich im Hauptmenü befindet kann der Dongle auch durch sie aufgeladen werden. Im Recovery Mode kann er den Payload übertragen, durch den man z.B. eine Custom Firmware auf der Switch starten kann.

3. Qualität des Produktes


Auf der Rückseite des matten schwarzen JIGs befinden sich einige Pfeile die zeigen in welcher Orientation der Dongle in die Konsole geschoben werden muss. Die Kontakte sind sehr dünn und scheinen biegbar zu sein - für die Pins mit denen er verbunden werden soll deutlich besser als die Meisten anderen verkauften JIGs. Direkt über den Kontakten ist das R4S Logo herausgehoben. Außerdem hat er eine zylinderförmige Aussparung anhand der man ihn z.B. an einem Schlüsselanhänger befestigen kann.

Das Herzstück, also der Dongle, ist auch aus mattem schwarzen Plastik und aufgrund des Akkus etwas größer als der SX Pro. Auf der Vorderseite kann man das R4S Logo, eine Aussparung für eine zweifarbige LED und eine Taste sehen. Wenn man es zusammendrückt merkt man, dass es leicht nachgibt. Dementsprechend hätte die Hülle etwas dicker sein können. Die Oberseite bietet einen USB C Anschluss, den man direkt in die Switch stecken kann. Die gegenüberliegende Seite, also die untere, hat eine Aussparung mit einem Micro USB Anschluss. Hier kann man das mitgelieferte USB Kabel reinstecken. Die restlichen Seiten bieten keine weiteren Details.


Durch vorsichtiges Ziehen an dem Schlitz, der über die Seiten des Dongles verläuft, kann man ihn öffnen. Dabei sollte man allerdings sehr vorsichtig sein, da er durch vier dünne Plastikpins zusammengehalten wird, die unter stärkerer Belastung schnell brechen könnten. Auf der Oberseite der schwarzen Leiterplatte kann man einen IC ohne Markierung sehen. Außerdem gibt es eine Menge Transistoren, Widerstände, Dioden und Kondensatoren. Die auf dem linken Bild gold schimmernde Oberfläche gehört zu dem Schalter. Außerdem steht auf meinem Exemplar in weißer Schrift "S2-V1".
Auf der Rückseite fällt eigentlich nur ein kleiner Akku auf, der per Hand auf die Platine gelötet wurde. Befestigt ist er durch ein Stück doppelseitiges Klebeband. Die Kontakte auf Akkuseite sind mit isolierendem Klebeband abgedeckt. Auf der Energiequelle ist die Aufschrift "CL 401230 3.7V 120mAh".

4. Installation und Benutzung

Da die hier verwendeten Custom Firmwares frei verfügbar sind und nicht von r4i-sdhc.com stammen werde ich nur auf die Schritte eingehen die man direkt mit dem Dongle in Verbindung stehen, es wird also keine Anleitung für die Custom Firmwares selbst geben. Sowohl für ReiNX, als auch für Atmosphère werden Anleitungen und fertige Downloadpakete die man nur noch auf die SD Karte entpacken muss angeboten. Bei Atomsphère gibt es einen eigenen Startbildschirm mit dem Logo des Dongles, das man auf dem Bild sehen kann.

Der erste Schritt

Nachdem alle Dateien auf die Speicherkarte kopiert wurden muss der Dongle ggf. umgeflasht werden (mehr dazu später). Danach kann man die Switch ausschalten, den rechten Joy Con durch den JIG ersetzen, den RCM Dongle in den USB C Anschluss der Konsole stecken und die Konsole durch Halten von der Lautstärke + Taste und der Starttaste anschalten. Jetzt sollte die gewünschte Custom Firmware ausgeführt werden. Standartmäßig ist der Dongle für die Atmosphère CFW und Hekate geflasht, wenn man diese starten möchte ist also kein erneutes Flashen notwendig. Da das Team vollständig quelloffene Custom Firmwares aus der Community verwendet ist keine Aktivierung einer Lizenz notwendig. Allerdings müssen .XCI-Dateien vor der Verwendung konvertiert werden. Im Gegensatz zur R4i B9S vom gleichen Hersteller hat das Atmosphère Bundle übrigens keine "Zeitbombe". Man kann sie Problemlos mit zukünftigen Daten verwenden.

Laden des Dongles
Wenn der Dongle nicht mehr funktioniert kann es daran liegen, dass der Akku leer ist. Es gibt zwei Möglichkeiten, den Dongle zu laden. Man kann ihn entweder in eine eingeschaltete Switch Konsole oder über das mitgelieferte USB Kabel in den Computer stecken. Beim Laden leuchtet die rote LED auf.

Payload verändern
Das Team bietet Bootmöglichkeiten für ReiNX, Atmosphère, Hekate und das SX OS von Team Xecuter an. Linux bzw. Lakka lässt sich nur über den Chainloader von Hekate starten.
Zum Ändern der Payload muss man sich zuerst die Zielpayload herunterladen. Eine Auswahl gibt es auf der Seite des Herstellers. Danach kann man den Dongle über das mitgelieferte USB Kabel mit einem Computer verbinden und zwei mal auf die Taste am Dongle drücken. Jetzt sollte der Computer ein neues Laufwerk mit dem Namen R4S finden. Die enthaltene CURRENT.UF2 kann man durch eine neue ersetzen. Sobald dies geschehen ist entfernt sich der Dongle automatisch vom Computer. Ein offizielles Tool zum Konvertieren jedweden Payloads in eine UF2 Datei gibt es leider nicht.
Wenn man trotzdem eigene Payloads verwenden möchte könnte es helfen sich in die Payloads für den Adafruit Trinket einzulesen, da vermutlich die gleichen Payloads verwendet wurden.

5. Kompatibilität

- Atmosphère: Keine Probleme
- ReiNX: Keine Probleme
- SX OS: Keine Probleme

6. Schlussergebnis

Insgesamt handelt es sich um ein gelungenes Produkt, das eine gute Alternative zum SX Pro bietet. Auch wenn eine eigene Custom Firmware ein netter Bonus wäre, so ist es ausreichend die öffentlichen Optionen zu verwenden, insbesondere da das Wechseln des Payloads möglich ist. Es gibt einige günstigere Optionen, die allerdings auch einen deutlich billigeren Eindruck hinterlassen. Um die Custom Firmware Bundles von r4i-sdhc.com verwenden zu können wird der Dongle übrigens nicht zwangsweise benötigt. Man kann auch ein anderes Gerät verwenden welches das Ausführen von Fusée Gelée Payloads unterstützt.

Positiv:
- Guter kontaktschonender JIG
- Gesamtprodukt wirkt professionell
- Einfache Bedienung
- Erlaubt Wechseln des Payloads
- Keine Aktivierung einer Lizenz notwendig
- Fairer Preis (um die 17€)
- Kein Bricking Code oder Zeitbombe

Negativ:
- Funktioniert nicht auf der neusten Switch Hardware Revision; also einer steigenden Zahl von Konsolen, die nach Juni 2018 gekauft wurden
- Unterstützt nur offizielle Payloads
- Unterstützt nicht direkt das Booten von Linux/ Lakka
- Entgegen Werbung nicht vollständig quelloffen (z.B. Hardwareschematik fehlt)

Noch einmal vielen Dank an das r4i-sdhc.com Team für die Bereitstellung der Karte.

Samstag, 25. August 2018

Zeit für noch einen Teaser

Die Zeit für einen neuen Teaser ist gekommen - mal wieder für Post aus China.
Wie gewohnt mit dem netten "Von zollamtlicher Behandlung befreit"-Aufkleber.
Darin befindet sich ein R4S Dongle - ein Recovery Mode Dongle für die Nintendo Switch von dem r4i-sdhc.com Team. Selbiges hat mir das Produkt freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
Hier noch mal ein Foto der Rückseite mit den offiziellen Funktionen (noch nicht übersetzt):
  • Open source
  • Works on any firmware from any region
  • Easy-to-use dongle for booting homebrew loader or custom firmware including SX OS
  • Easy to update payloads
  • Includes USB dongle and payloads downloadable for free
  • Solderless
  • Does not void warranty
  • Fully updatable using simple drag-and-drop operation
Da ich die Informationen möglichst schnell an die Öffentlichkeit tragen wollte habe ich diesmal etwas anderes Equipment verwenden müssen. Die nächsten Posts sollten wieder Bilder in der gewohnten Qualität enthalten.

Für die Liebhaber von PCB Pics:


Donnerstag, 16. August 2018

EZ-Flash OMEGA Review (ezflash.cn)

Struktur:
1. Überblick (mit offiziellen Funktionen)
2. Packung und Inhalt
3. Qualität der Karte
4. Installation und Benutzung
5. Kompatibilität
6. Weitere Funktionen
7. Schlussergebnis

1. Überblick

Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende der GBA Ära.
Mit diesem abgewandelten Bibelzitat (Offenbarung 22:13-21) und einigen Videos um das Geschriebene zu untermauern hat das EZ-Flash Team, übrigens eines der ältesten noch aktiven Teams in der Nintendo Szene, dieses Jahr ihr neustes Produkt für den Gameboy Advance angekündigt: die EZ-Flash OMEGA.
In einem Punkt stimmt es auf jeden Fall, dass die neue Flashkarte des Teams auf die Wurzeln der Modmöglichkeiten für die Konsole zurückschaut. Die ersten GBA Flashkarten unterstützten nur GBA Spiele. Danach gab es Updates zu GBA Flashkarten, die sowohl GBA als auch DS Spiele unterstützen (z.B. die EZ-Flash IV Lite Deluxe) bis es sogar Karten gab, die nur DS Spiele unterstützen (z.B. die Supercard Lite Rumble). Mit der OMEGA wurde der DS Game Support allerdings fallengelassen. Natürlich funktioniert die Karte trotzdem in DS fat und DS Lite Konsolen. Ob dieser Vergleich in weiteren Punkten hinhaut oder doch eher hinkt und ob diese Karte wirklich das Ende der GBA Ära sein wird, praktisch ihr Gott, teste ich im folgenden Review.
In den letzten Jahren hat sich der Hersteller allerdings nicht nur mit Ruhm bekleckert. Zwar gibt es heute noch Updates für die Karten der EZ-Flash IV Reihe und erst dieses Jahr wurde der Quellcode vom Manager für die EZ-Flash III veröffentlicht (beides GBA Flashkarten), aber die DS Flashkarte vom Team, die EZ-Flash Vi, wird seit vielen Jahren nicht mehr unterstützt und die 3DS Flashkarte, die EZ-Flash Redux hat nie ein dringend benötigtes Update erhalten. Für die OMEGA gab es zumindest schon einige Patches und inzwischen ist sogar der Kernel der Karte quelloffen sodass man notfalls selbst Updates schreiben könnte.
Ich habe die Karte übrigens von eigenem Geld bei Shop01media gekauft.

Offizielle Funktionen (von der Herstellerseite; frei ins Deutsche übersetzt):
- GBA Spiele kopieren und spielen, kein Client notwendig
- Schnelle Patchengine, direkte Spielladegeschwindigkeit, zusätzliche manuelle Patch Engine um veränderte ROMs zu unterstützen
- Hardware basierendes direktes Speichern auf die SD Karte
- Cheats
- Speicherstände (Real Time Save)
- Echtzeit Uhr
- Schlafmodus
- Hotkey anpassbar
- 256Mb PSRAM unterstützt alle Spiele, direktes Laden
- 512Mb Norflash, behalte deine liebsten Spiele
- GB/GBC/NES Spiele kopieren und spielen
- Wiederherstellungsmodus auf System on Chip-Ebene, beugt Updatetot vor
- Unterstützt FAT16/ FAT32/ EXFAT, 128MB-128GB SD Karten
- Firmware und Kernel sind beide aktualisierbar

2. Packung und Inhalt


Die Packung der EZ-Flash Omega sieht fast genau so wie die der Reform aus. der größte Unterschied ist ein großes, schwarz reflektierendes OMEGA, das das EZ-Flash Logo auf der Vorderseite umgibt. Ansonsten ist der Pappkarton in einem schlichten schwarzen Design gehalten. Die Rückseite enthält noch den Hinweis, dass es Hüllen in zwei Größen in dem Karton gibt und dass das Produkt nicht von Nintendo befürwortet oder genehmigt ist. In der Packung gibt es einen durchsichtigen Einschub aus Plastik, in dem sich zwei Cover und eine Leiterplatte mit Rückseite befinden. Unter dem Plastik liegt noch lose einer der typischen MicroSD Kartenleser, der vermutlich nicht lange halten wird.

Die zwei Cover für die Leiterplatte können verwendet werden um die Kartengröße an die Größe des Slots der Konsole anzupassen in der sie verwendet werden soll. Es gibt ein Cover, das die Größe eines GBA Spiels hat und für den originalen DS, den GBA und den GBA SP verwendet werden soll und ein Cover in einer kleineren Größe, das ziemlich genau in den Slot vom DS Lite und vom Gameboy Micro passt.

3. Qualität der Karte


Die Cover sind aus einem schwarzen, leicht durchsichtigen Plastik, in das "EZFLASH" eingraviert ist. Ich finde es cool, dass man durch die Durchsichtigkeit auch einiges der Komponenten sehen kann aus der die Karte besteht. Wie von Karten für den GBA Slot gewohnt ist das Plastik relativ dick. An der Seite befindet sich ein Schlitz in den man die MicroSD Karte stecken kann. Er enthält keine Feder. Damit die Flashkarte auch bei häufigerem Wechseln nicht auseinanderfällt wird sie mit einer Schraube zusammengehalten. Zum Wechseln muss man einfach die Schraube lösen, die alte Hüllenoberseite entfernen und die neue positionieren und anschrauben. Durch die Schraube ist der Prozess leider etwas umständlich, aber so kann die Karte nicht problemlos von Kindern geöffnet werden. Die kleinere Hülle, die ich zum Testen verwendet habe, ragt ungefähr einen Millimeter über den DS Lite Slot hinaus.

Als Erstes fällt auf der dunkelblauen Leiterplatte die gelb umrahmte Batterie auf, die benötigt wird damit die Real Time Clock funktioniert. Um Speicherstände auf die SD Karte zu sichern wird sie übrigens nicht mehr benötigt. Zwischen Batterie und MicroSD Slot befindet sich ein IC, der mit "Winbond 25Q16CVNAG" beschriftet ist. Dabei handelt es sich um einen 16MBit Flashspeicher. Auf der Rückseite gibt es neben drei ICs 8 Kontakte, die entweder zum ersten Bespielen der Karte oder für JTAG verwendet werden. Außerdem gibt es zwischen dem linken und dem mittleren IC zwei Pins, die mit "+3.3V" und "GND" beschriftet sind. Der linke IC ist ein 71GL064 von Spansion. Er enthält einen Flash Speicher und einen RAM. Der rechte IC ist ein NOR Flash: ein Spansion 98WS512PE. Bei dem mittleren Chip, dem Größten von allen, handelt es sich vermutlich um einen FPGA von XILINX. Die Seriennummer kann man bei meinem leider nicht mehr lesen. Insgesamt sieht die Leiterplatte bis auf die Kontakte für die Batterie sehr ordentlich aus. Es könnte sogar sein, dass die Batterie per Hand angelötet wurde. Ein letzter kleiner IC, dessen Beschriftung ich leider aufgrund der Position nicht lesen kann, befindet sich unter der Batterie. Aufgrund der Lage kann man davon ausgehen, dass es sich um die Real Time Clock handelt.
Unter dem rechten IC gibt es die Aufschrift "05 18", die vermutlich für Produktionsmonat und -jahr steht, also Mai 2018.

4. Installation und Benutzung

Wenn man schnell starten möchte reicht es die .GBA, .GB und .NES Spiele auf eine richtig fomatierte SD Karte zu kopieren (es werden FAT(16), FAT32 und exFAT unterstützt). Allerdings empfehle ich außerdem einige weitere Dateien auf die SD Karte zu kopieren und die Karte zu aktualisieren.

SD Karte vorbereiten und Flashkarte aktualisieren
Neben den GBA ROMs kann man das Vorschaubildpaket (übrigens kann man sich so eigene Vorschaubilder machen) und das Cheatpaket herunterladen und auf die SD Karte entpacken. Außerdem kann man sich den aktuellen Kernel und die aktuelle Firmware herunterladen und die "ezkernel.bin" auf die SD Karte kopieren. Der Kernel ist übrigens quelloffen. Das heißt, dass sich jeder Entwickler den Quellcode herunterladen und bearbeiten kann um einen eigenen Kernel herzustellen.
Bevor man die Karte aktualisiert sollte man sicherstellen, dass die Konsole genügend Strom hat und nicht mitten im Flashvorgang (der nicht mehr als ein paar Minuten dauern sollte) ausgeht. Jetzt kann man die Konsole starten, die "R"-Taste gedrückt halten und den Bildschirmanweisungen folgen. Danach sollte die Flashkarte auf dem aktuellen Stand sein.

Verwendung der Karte

Nach dem Start der Karte findet man sich in einem einfachen Menü wieder, in dem man Spiele zum Starten auswählen kann. Mit der SELECT-Taste kann man das Anzeigen der Vorschaubilder für die ROMs aktivieren oder deaktivieren. Sollte für ein Spiel kein Bild gefunden werden zeigt die Konsole ein "IMAGE NOT FOUND"-Bild an. Wenn man auf die START-Taste drückt gelangt man zu einer Übersicht der zuletzt gestarteten Spiele. Wenn man im Dateibrowser auf die linke oder rechte Steuerkreuztaste drückt kann man schnell scrollen. Außerdem kann man in diesem Menü die aktuelle Uhrzeit und die gesamte Anzahl von Dateien im Verzeichnis sehen. Wenn man die linke Schultertaste und gleichzeitig die START-Taste hält kann man die ausgewählte Datei löschen.
Wenn man auf die rechte Schultertaste drückt gelangt man zu einer Übersicht der ROMs im NOR-Speicher. Drückt man erneut die rechte Schultertaste kommt man in das Einstellungsmenü. Hier kann man die aktuelle Zeit, die Sprache, eine schnelle Patch Engine, die Tastenkombinationen für das Ingame Menü und den Schlafmodus sowie einen Stromsparmodus für die Real Time Clock einstellen. Außerdem ist es möglich, die Erweiterungen "Reset", "Savestate", "Sleep" und "Cheat" zu aktivieren. Mehr zu den ganzen Funktionen gibt es später.
Das Ingame Menü ist sozusagen ein Menü von der Flashkarte, das man mit einer bestimmten einstellbaren Tastenkombination erreichen kann. Hier kann man Dinge tun, die von den eigentlichen Spielherstellern nicht vorgesehen sind. Durch "Sleep" kann man mit dem einstellbaren Hotkey das Spiel pausieren und etwas Energie sparen wenn man z.B. während des Spielens unterbrochen wird.
Wenn man ein letztes Mal die rechte Schultertaste drückt sieht man die Steuerung im Menü. Durch Druck auf die linke Schultertaste kann man zurück ins vorherige Menü gelangen.

Zurück in dem ROM-Auswahlmenü kann man ein Spiel auswählen und mit "A" ein weiteres Menü öffnen. Hier kann man noch einmal "A" drücken, also die Option "Clean Boot" auswählen, um das Spiel direkt zu starten. Dabei sind aber alle weiteren Funktionen deaktiviert. Wenn man beim Starten die linke Schultertaste gedrückt hält wird das Spiel übrigens mit dem originalen GBA Bios gestartet. Dadurch kann man z.B. per Linkkabel miteinander spielen oder einige andere Erweiterungen verwenden.
Bei der Option "BOOT WITH ADDON" wird das Spiel mit allen ausgewählten Patches (also z.B. dem Hotkey) gestartet. Ich würde normalerweise diese Option empfehlen. Beide benötigen einen kleinen Augenblick um die Dateien zu patchen, die zweite Option etwas länger. Außerdem gibt es noch die Optionen "WRITE TO NOR CLEAN" und "WRITE TO NOR ADDON", mit denen man die Spiele in den NOR-Speicher schreiben kann. Dann gibt es noch die Option "SAVE TYPE", die hauptsächlich für Homebrewanwendungen ist, die Probleme beim Speichern bereiten. Als Letztes kann man unter der Option "CHEAT" die Cheats einstellen, die man verwenden möchte.

5. Kompatibilität

Die Karte läuft übrigens nicht auf Gameboy Versionen vor dem GBA (also dem Gameboy und dem Gameboy Color), auch wenn sie originale Gameboy Spiele unterstützt.

GBA Spiele
- V-Rally 3: Keine Probleme
- American Dragon Jake Long: Keine Probleme
- Pokémon Emerald Version: Keine Probleme
- Asterix und Obelix XXL: Keine Probleme
- F-Zero - Maximum Velocity: Keine Probleme
- Golden Sun: Keine Probleme
- Golden Sun - Die vergessene Epoche: Keine Probleme
- Lego Knight's Kingdom: Keine Probleme
- Lego Drome Racers: Keine Probleme
- Lego Racers 2: Keine Probleme
- Lego Island Xtreme Stunts: Keine Probleme
- Lego Insel 2: Keine Probleme
- Lego Star Wars - The Video Game: Keine Probleme
- Mario Kart Super Circuit: Keine Probleme
- Spider-Man - Der Film: Keine Probleme
- The Legend of Zelda - The Minish Cap: Keine Probleme
- Mother 3 1.1 (Englische FAN Übersetzung): Keine Probleme

GBA Homebrew
- Bubble Dizzy: Keine Probleme
- LvR: Keine Probleme
- Poomania: Keine Probleme
- Power Pig: Keine Probleme
- Snake: Keine Probleme
- Useless Homebrew: Keine Probleme

Gameboy und NES Software
- Into the Blue (Gameboy): Keine Probleme
- Nomolos (NES): Keine Probleme
- Owlia (NES): Keine Probleme

6. Weitere Funktionen

Unter dem Punkt zur Verwendung der Karte wurden ja schon einige Funktionen angesprochen, auf die im Folgenden etwas ausführlicher eingegangen wird.

NOR Speicher
Nachdem eine ROM in den NOR geschrieben wurde kann man sie in dem zweiten Menütab finden; auch nachdem die SD Karte gewechselt wurde. Wenn man sie auswählt und die A-Taste drückt kann man sie mit der Option "DIRECT BOOT" starten. Die Option "DELETE" erlaubt es, dieses eine Spiel zu löschen. Die letzte Option "FORMAT ALL" leert den ganzen NOR-Speicher. Spiele im NOR-Speicher werden fast direkt gestartet, also noch schneller als wenn man sie nur in den Flash-Speicher schreibt.
Der NOR ist etwas größer als der Flash-Speicher, wodurch er für größere ROMs verwendet werden kann; fast alle ROMs passen aber schon in den Flash-Speicher. Nach dem Ausschalten des Systems bleiben die Daten erhalten. Allerdings dauert das Schreiben einer ROM in den Speicher deutlich länger als beim Flash und man kann Patches nicht im Nachhinein hinzufügen oder entfernen. Aufgrund dieser Eigenschaften und da das Schreiben in den Flash inzwischen echt schnell geht eignet sich dieser Speicher nur für sehr große ROMs und für ROMs, die man wirklich, wirklich gerne spielt.

Direktes Speichern der Speicherstände auf der SD
Ältere GBA Flashkarten haben eine Batterie um einen Speicherbaustein zu betreiben, in dem Speicherstände zwischen dem Speichern im Spiel und dem erneuten Öffnen des Menüs der Flashkarte zwischengelagert werden. Hier werden die Speicherstände nach dem Speichern innerhalb des Spiels direkt auf die SD Karte übertragen, sodass die Batterie nicht zum Halten des Speicherstandes benötigt wird. Wenn man innerhalb des Spiels speichert ist es ratsam mindestens 5 Sekunden zu warten bevor man die Konsole ausstellt. Ansonsten, also wenn der Speicherstand nicht vollständig auf die SD Karte geschrieben wurde bevor die Konsole ausgeht, kann die SD Karte korrumpiert werden. Das gilt übrigens auch wenn man Einstellungen für die Gameboy und NES Spiele verändert. Alternativ kann man mit dem Hotkey zurück ins Flashkartenmenü kehren.

Softreset
Wenn die entsprechende Option in den Einstellungen der Flashkarte aktiviert ist kann man bei aufgerufenem Real Time Menü mit der Option "Reset" das Spiel verlassen und direkt wieder in das ROM Auswahlmenü der Flashkarte gelangen ohne die Konsole neustarten zu müssen.

Cheats
Cheats oder Cheatcodes sind Codestückchen, die einem das Vorankommen in einem Videospiel erleichtern. Damit können z.B. die Leben oder das Geld dauerhaft auf dem maximalen Wert fixiert werden.
Die Option "Cheat" erlaubt es, in dem Real Time Menü Cheats zu aktivieren oder zu deaktivieren. Man kann allerdings nicht während das Spiel läuft auswählen welche Cheats man genau benutzen möchte. Das geht nur vor dem Spielstart wenn man die entsprechende ROM ausgewählt hat.

Savestates
Die Option "Savestate" erlaubt es, überall in dem Spiel im Real Time Menü den aktuellen Spielstand "einzufrieren" und später dort fortzusetzen - selbst wenn das Spiel selbst nicht erlaubt an der Position zu speichern. Da der Speicherstand auf der SD Karte gespeichert wird ist es möglich die Konsole auszuschalten, die Karte zu wechseln oder sogar das Spiel weiterzuspielen und sich danach damit an die vorherige Stelle zurückzusetzen. Allerdings wird hierbei ziemlich sicher der Ton kaputt gemacht. Häufig hilft es z.B. im Spiel das Spielmenü aufzurufen.

Real Time Clock (Uhrchip)
Die Real Time Clock bildet für Spiele wie z.B. die GBA Pokémon Spiele, in denen Spielinhalte von der tatsächlichen Uhrzeit abhängig sind, die Uhrzeit ab. Allerdings ist sie nicht ganz genau und verliert jeden Monat ein paar Minuten. Sie wird von einer Batterie auf der Leiterplatte betrieben, die irgendwann leer sein wird und zur Wiederherstellung der Funktionalität ausgetauscht werden muss.
Die Zeiten der Real Time Clock sind übrigens im Gegensatz zum Everdrive GBA X5 nicht direkt zwischen den Spielen miteinander verknüpft. Dadurch bleiben alle anderen Spielzeiten intakt wenn man in einem Spiel die Uhrzeit ändert. Nur durch das Ändern der Uhrzeit in den Systemeinstellungen wird jede Uhrzeit umgestellt.

NES und Gameboy Emulator in Kernel integriert
Man kann NES und Gameboy Spiele direkt wie GBA Spiele aus dem Kernel heraus starten. Da das Ganze emuliert ist gibt es auch zahlreiche Extrafunktionen. Natürlich könnte man auch die dedizierten Emulatoren verwenden, aber es fühlt sich deutlich luxuriöser an wenn der Kernel die Spiele direkt unterstützt.

7. Schlussergebnis

Viel mehr, als das was die EZ-Flash OMEGA kann, passt nicht in die Größe des Staubschutzes vom DS Lite rein. Mir ist keine GBA Flashkarte bekannt, die mehr Features als diese hat und auch der Preis ist mit der Hälfte von dem, was die einzige mögliche Konkurrenz hat, sehr fair. Auch in der Zukunft wird man wohl kaum eine Flashkarte mit einem ähnlichen Funktionsumfang zu dem Preis erwarten können. Es ist nur schade, dass die Karte keine DS ROMs unterstützt - auch wenn das aufgrund eines großen Aufwands für jedes einzelne Spiel verständlich ist.
Selbst wenn einem das UI o.ä. nicht gefallen sollte gibt es dank des Quellcodes die Möglichkeit es jederzeit selbst zu verändern. So gibt es z.B. schon eine spanische Übersetzung und einen Port von Pogoshell.

Positiv:
- Keine Software zum Patchen der ROMs nötig; Plug and Play
- Für eine GBA Flashkarte (die wegen zusätzlicher benötigter Hardware relativ teuer sind) relativ günstig
- Ziemlich perfekte ROM und Homebrew Kompatibilität
- Real Time Clock
- Viele Features wie Real Time Save und Cheats
- Unterstützt MicroSD Karten mit FAT(16)/ FAT32/ exFAT (die meisten GBA Flashkarten unterstützen nur FAT(16); viele nutzen MiniSD Karten)
- Kernel ist quelloffen
- Übersichtlich und ordentlich aussehender Kernel
- Kleine Leiterplatte, passt sogar in einen DS Lite ohne überzustehen
- Lädt Spiele sehr schnell
- Enthält zwei Wechselhüllen mit perfekter Größe für GBA/ GBA SP/ originaler DS und DS Lite/ Gameboy Micro Slot
- Meiner Meinung nach gutaussehendes Design
- Emulatoren für Gameboy und NES direkt in den Kernel integriert

Negativ:
- Benötigt festgelötete Batterie für RTS
- Verglichen mit DS Flashkarten relativ teuer
- Englische Übersetzung teilweise etwas unintuitiv
- Verlinkung zwischen DS und GBA Spielen nicht möglich
- Wenn man die Konsole beim oder kurz nach dem Speichern ausstellt kann der Speicherstand zerstört werden


Würde ich diese Karte weiterempfehlen?
Ja. Diese Karte ist derzeit in allen Punkten gleich gut oder besser als die Konkurrenz. Das gilt auch für den Preis. Der in der Werbung verwendete Vergleich mit einem Gott ist aber übertrieben.

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