Donnerstag, 16. August 2018

EZ-Flash OMEGA Review (ezflash.cn)

Struktur:
1. Überblick (mit offiziellen Funktionen)
2. Packung und Inhalt
3. Qualität der Karte
4. Installation und Benutzung
5. Kompatibilität
6. Weitere Funktionen
7. Schlussergebnis

1. Überblick

Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende der GBA Ära.
Mit diesem abgewandelten Bibelzitat (Offenbarung 22:13-21) und einigen Videos um das Geschriebene zu untermauern hat das EZ-Flash Team, übrigens eines der ältesten noch aktiven Teams in der Nintendo Szene, dieses Jahr ihr neustes Produkt für den Gameboy Advance angekündigt: die EZ-Flash OMEGA.
In einem Punkt stimmt es auf jeden Fall, dass die neue Flashkarte des Teams auf die Wurzeln der Modmöglichkeiten für die Konsole zurückschaut. Die ersten GBA Flashkarten unterstützten nur GBA Spiele. Danach gab es Updates zu GBA Flashkarten, die sowohl GBA als auch DS Spiele unterstützen (z.B. die EZ-Flash IV Lite Deluxe) bis es sogar Karten gab, die nur DS Spiele unterstützen (z.B. die Supercard Lite Rumble). Mit der OMEGA wurde der DS Game Support allerdings fallengelassen. Natürlich funktioniert die Karte trotzdem in DS fat und DS Lite Konsolen. Ob dieser Vergleich in weiteren Punkten hinhaut oder doch eher hinkt und ob diese Karte wirklich das Ende der GBA Ära sein wird, praktisch ihr Gott, teste ich im folgenden Review.
In den letzten Jahren hat sich der Hersteller allerdings nicht nur mit Ruhm bekleckert. Zwar gibt es heute noch Updates für die Karten der EZ-Flash IV Reihe und erst dieses Jahr wurde der Quellcode vom Manager für die EZ-Flash III veröffentlicht (beides GBA Flashkarten), aber die DS Flashkarte vom Team, die EZ-Flash Vi, wird seit vielen Jahren nicht mehr unterstützt und die 3DS Flashkarte, die EZ-Flash Redux hat nie ein dringend benötigtes Update erhalten. Für die OMEGA gab es zumindest schon einige Patches und inzwischen ist sogar der Kernel der Karte quelloffen sodass man notfalls selbst Updates schreiben könnte.
Ich habe die Karte übrigens von eigenem Geld bei Shop01media gekauft.

Offizielle Funktionen (von der Herstellerseite; frei ins Deutsche übersetzt):
- GBA Spiele kopieren und spielen, kein Client notwendig
- Schnelle Patchengine, direkte Spielladegeschwindigkeit, zusätzliche manuelle Patch Engine um veränderte ROMs zu unterstützen
- Hardware basierendes direktes Speichern auf die SD Karte
- Cheats
- Speicherstände (Real Time Save)
- Echtzeit Uhr
- Schlafmodus
- Hotkey anpassbar
- 256Mb PSRAM unterstützt alle Spiele, direktes Laden
- 512Mb Norflash, behalte deine liebsten Spiele
- GB/GBC/NES Spiele kopieren und spielen
- Wiederherstellungsmodus auf System on Chip-Ebene, beugt Updatetot vor
- Unterstützt FAT16/ FAT32/ EXFAT, 128MB-128GB SD Karten
- Firmware und Kernel sind beide aktualisierbar

2. Packung und Inhalt


Die Packung der EZ-Flash Omega sieht fast genau so wie die der Reform aus. der größte Unterschied ist ein großes, schwarz reflektierendes OMEGA, das das EZ-Flash Logo auf der Vorderseite umgibt. Ansonsten ist der Pappkarton in einem schlichten schwarzen Design gehalten. Die Rückseite enthält noch den Hinweis, dass es Hüllen in zwei Größen in dem Karton gibt und dass das Produkt nicht von Nintendo befürwortet oder genehmigt ist. In der Packung gibt es einen durchsichtigen Einschub aus Plastik, in dem sich zwei Cover und eine Leiterplatte mit Rückseite befinden. Unter dem Plastik liegt noch lose einer der typischen MicroSD Kartenleser, der vermutlich nicht lange halten wird.

Die zwei Cover für die Leiterplatte können verwendet werden um die Kartengröße an die Größe des Slots der Konsole anzupassen in der sie verwendet werden soll. Es gibt ein Cover, das die Größe eines GBA Spiels hat und für den originalen DS, den GBA und den GBA SP verwendet werden soll und ein Cover in einer kleineren Größe, das ziemlich genau in den Slot vom DS Lite und vom Gameboy Micro passt.

3. Qualität der Karte


Die Cover sind aus einem schwarzen, leicht durchsichtigen Plastik, in das "EZFLASH" eingraviert ist. Ich finde es cool, dass man durch die Durchsichtigkeit auch einiges der Komponenten sehen kann aus der die Karte besteht. Wie von Karten für den GBA Slot gewohnt ist das Plastik relativ dick. An der Seite befindet sich ein Schlitz in den man die MicroSD Karte stecken kann. Er enthält keine Feder. Damit die Flashkarte auch bei häufigerem Wechseln nicht auseinanderfällt wird sie mit einer Schraube zusammengehalten. Zum Wechseln muss man einfach die Schraube lösen, die alte Hüllenoberseite entfernen und die neue positionieren und anschrauben. Durch die Schraube ist der Prozess leider etwas umständlich, aber so kann die Karte nicht problemlos von Kindern geöffnet werden. Die kleinere Hülle, die ich zum Testen verwendet habe, ragt ungefähr einen Millimeter über den DS Lite Slot hinaus.

Als Erstes fällt auf der dunkelblauen Leiterplatte die gelb umrahmte Batterie auf, die benötigt wird damit die Real Time Clock funktioniert. Um Speicherstände auf die SD Karte zu sichern wird sie übrigens nicht mehr benötigt. Zwischen Batterie und MicroSD Slot befindet sich ein IC, der mit "Winbond 25Q16CVNAG" beschriftet ist. Dabei handelt es sich um einen 16MBit Flashspeicher. Auf der Rückseite gibt es neben drei ICs 8 Kontakte, die entweder zum ersten Bespielen der Karte oder für JTAG verwendet werden. Außerdem gibt es zwischen dem linken und dem mittleren IC zwei Pins, die mit "+3.3V" und "GND" beschriftet sind. Der linke IC ist ein 71GL064 von Spansion. Er enthält einen Flash Speicher und einen RAM. Der rechte IC ist ein NOR Flash: ein Spansion 98WS512PE. Bei dem mittleren Chip, dem Größten von allen, handelt es sich vermutlich um einen FPGA von XILINX. Die Seriennummer kann man bei meinem leider nicht mehr lesen. Insgesamt sieht die Leiterplatte bis auf die Kontakte für die Batterie sehr ordentlich aus. Es könnte sogar sein, dass die Batterie per Hand angelötet wurde. Ein letzter kleiner IC, dessen Beschriftung ich leider aufgrund der Position nicht lesen kann, befindet sich unter der Batterie. Aufgrund der Lage kann man davon ausgehen, dass es sich um die Real Time Clock handelt.
Unter dem rechten IC gibt es die Aufschrift "05 18", die vermutlich für Produktionsmonat und -jahr steht, also Mai 2018.

4. Installation und Benutzung

Wenn man schnell starten möchte reicht es die .GBA, .GB und .NES Spiele auf eine richtig fomatierte SD Karte zu kopieren (es werden FAT(16), FAT32 und exFAT unterstützt). Allerdings empfehle ich außerdem einige weitere Dateien auf die SD Karte zu kopieren und die Karte zu aktualisieren.

SD Karte vorbereiten und Flashkarte aktualisieren
Neben den GBA ROMs kann man das Vorschaubildpaket (übrigens kann man sich so eigene Vorschaubilder machen) und das Cheatpaket herunterladen und auf die SD Karte entpacken. Außerdem kann man sich den aktuellen Kernel und die aktuelle Firmware herunterladen und die "ezkernel.bin" auf die SD Karte kopieren. Der Kernel ist übrigens quelloffen. Das heißt, dass sich jeder Entwickler den Quellcode herunterladen und bearbeiten kann um einen eigenen Kernel herzustellen.
Bevor man die Karte aktualisiert sollte man sicherstellen, dass die Konsole genügend Strom hat und nicht mitten im Flashvorgang (der nicht mehr als ein paar Minuten dauern sollte) ausgeht. Jetzt kann man die Konsole starten, die "R"-Taste gedrückt halten und den Bildschirmanweisungen folgen. Danach sollte die Flashkarte auf dem aktuellen Stand sein.

Verwendung der Karte

Nach dem Start der Karte findet man sich in einem einfachen Menü wieder, in dem man Spiele zum Starten auswählen kann. Mit der SELECT-Taste kann man das Anzeigen der Vorschaubilder für die ROMs aktivieren oder deaktivieren. Sollte für ein Spiel kein Bild gefunden werden zeigt die Konsole ein "IMAGE NOT FOUND"-Bild an. Wenn man auf die START-Taste drückt gelangt man zu einer Übersicht der zuletzt gestarteten Spiele. Wenn man im Dateibrowser auf die linke oder rechte Steuerkreuztaste drückt kann man schnell scrollen. Außerdem kann man in diesem Menü die aktuelle Uhrzeit und die gesamte Anzahl von Dateien im Verzeichnis sehen. Wenn man die linke Schultertaste und gleichzeitig die START-Taste hält kann man die ausgewählte Datei löschen.
Wenn man auf die rechte Schultertaste drückt gelangt man zu einer Übersicht der ROMs im NOR-Speicher. Drückt man erneut die rechte Schultertaste kommt man in das Einstellungsmenü. Hier kann man die aktuelle Zeit, die Sprache, eine schnelle Patch Engine, die Tastenkombinationen für das Ingame Menü und den Schlafmodus sowie einen Stromsparmodus für die Real Time Clock einstellen. Außerdem ist es möglich, die Erweiterungen "Reset", "Savestate", "Sleep" und "Cheat" zu aktivieren. Mehr zu den ganzen Funktionen gibt es später.
Das Ingame Menü ist sozusagen ein Menü von der Flashkarte, das man mit einer bestimmten einstellbaren Tastenkombination erreichen kann. Hier kann man Dinge tun, die von den eigentlichen Spielherstellern nicht vorgesehen sind. Durch "Sleep" kann man mit dem einstellbaren Hotkey das Spiel pausieren und etwas Energie sparen wenn man z.B. während des Spielens unterbrochen wird.
Wenn man ein letztes Mal die rechte Schultertaste drückt sieht man die Steuerung im Menü. Durch Druck auf die linke Schultertaste kann man zurück ins vorherige Menü gelangen.

Zurück in dem ROM-Auswahlmenü kann man ein Spiel auswählen und mit "A" ein weiteres Menü öffnen. Hier kann man noch einmal "A" drücken, also die Option "Clean Boot" auswählen, um das Spiel direkt zu starten. Dabei sind aber alle weiteren Funktionen deaktiviert. Wenn man beim Starten die linke Schultertaste gedrückt hält wird das Spiel übrigens mit dem originalen GBA Bios gestartet. Dadurch kann man z.B. per Linkkabel miteinander spielen oder einige andere Erweiterungen verwenden.
Bei der Option "BOOT WITH ADDON" wird das Spiel mit allen ausgewählten Patches (also z.B. dem Hotkey) gestartet. Ich würde normalerweise diese Option empfehlen. Beide benötigen einen kleinen Augenblick um die Dateien zu patchen, die zweite Option etwas länger. Außerdem gibt es noch die Optionen "WRITE TO NOR CLEAN" und "WRITE TO NOR ADDON", mit denen man die Spiele in den NOR-Speicher schreiben kann. Dann gibt es noch die Option "SAVE TYPE", die hauptsächlich für Homebrewanwendungen ist, die Probleme beim Speichern bereiten. Als Letztes kann man unter der Option "CHEAT" die Cheats einstellen, die man verwenden möchte.

5. Kompatibilität

Die Karte läuft übrigens nicht auf Gameboy Versionen vor dem GBA (also dem Gameboy und dem Gameboy Color), auch wenn sie originale Gameboy Spiele unterstützt.

GBA Spiele
- V-Rally 3: Keine Probleme
- American Dragon Jake Long: Keine Probleme
- Pokémon Emerald Version: Keine Probleme
- Asterix und Obelix XXL: Keine Probleme
- F-Zero - Maximum Velocity: Keine Probleme
- Golden Sun: Keine Probleme
- Golden Sun - Die vergessene Epoche: Keine Probleme
- Lego Knight's Kingdom: Keine Probleme
- Lego Drome Racers: Keine Probleme
- Lego Racers 2: Keine Probleme
- Lego Island Xtreme Stunts: Keine Probleme
- Lego Insel 2: Keine Probleme
- Lego Star Wars - The Video Game: Keine Probleme
- Mario Kart Super Circuit: Keine Probleme
- Spider-Man - Der Film: Keine Probleme
- The Legend of Zelda - The Minish Cap: Keine Probleme
- Mother 3 1.1 (Englische FAN Übersetzung): Keine Probleme

GBA Homebrew
- Bubble Dizzy: Keine Probleme
- LvR: Keine Probleme
- Poomania: Keine Probleme
- Power Pig: Keine Probleme
- Snake: Keine Probleme
- Useless Homebrew: Keine Probleme

Gameboy und NES Software
- Into the Blue (Gameboy): Keine Probleme
- Nomolos (NES): Keine Probleme
- Owlia (NES): Keine Probleme

6. Weitere Funktionen

Unter dem Punkt zur Verwendung der Karte wurden ja schon einige Funktionen angesprochen, auf die im Folgenden etwas ausführlicher eingegangen wird.

NOR Speicher
Nachdem eine ROM in den NOR geschrieben wurde kann man sie in dem zweiten Menütab finden; auch nachdem die SD Karte gewechselt wurde. Wenn man sie auswählt und die A-Taste drückt kann man sie mit der Option "DIRECT BOOT" starten. Die Option "DELETE" erlaubt es, dieses eine Spiel zu löschen. Die letzte Option "FORMAT ALL" leert den ganzen NOR-Speicher. Spiele im NOR-Speicher werden fast direkt gestartet, also noch schneller als wenn man sie nur in den Flash-Speicher schreibt.
Der NOR ist etwas größer als der Flash-Speicher, wodurch er für größere ROMs verwendet werden kann; fast alle ROMs passen aber schon in den Flash-Speicher. Nach dem Ausschalten des Systems bleiben die Daten erhalten. Allerdings dauert das Schreiben einer ROM in den Speicher deutlich länger als beim Flash und man kann Patches nicht im Nachhinein hinzufügen oder entfernen. Aufgrund dieser Eigenschaften und da das Schreiben in den Flash inzwischen echt schnell geht eignet sich dieser Speicher nur für sehr große ROMs und für ROMs, die man wirklich, wirklich gerne spielt.

Direktes Speichern der Speicherstände auf der SD
Ältere GBA Flashkarten haben eine Batterie um einen Speicherbaustein zu betreiben, in dem Speicherstände zwischen dem Speichern im Spiel und dem erneuten Öffnen des Menüs der Flashkarte zwischengelagert werden. Hier werden die Speicherstände nach dem Speichern innerhalb des Spiels direkt auf die SD Karte übertragen, sodass die Batterie nicht zum Halten des Speicherstandes benötigt wird. Wenn man innerhalb des Spiels speichert ist es ratsam mindestens 5 Sekunden zu warten bevor man die Konsole ausstellt. Ansonsten, also wenn der Speicherstand nicht vollständig auf die SD Karte geschrieben wurde bevor die Konsole ausgeht, kann die SD Karte korrumpiert werden. Das gilt übrigens auch wenn man Einstellungen für die Gameboy und NES Spiele verändert. Alternativ kann man mit dem Hotkey zurück ins Flashkartenmenü kehren.

Softreset
Wenn die entsprechende Option in den Einstellungen der Flashkarte aktiviert ist kann man bei aufgerufenem Real Time Menü mit der Option "Reset" das Spiel verlassen und direkt wieder in das ROM Auswahlmenü der Flashkarte gelangen ohne die Konsole neustarten zu müssen.

Cheats
Cheats oder Cheatcodes sind Codestückchen, die einem das Vorankommen in einem Videospiel erleichtern. Damit können z.B. die Leben oder das Geld dauerhaft auf dem maximalen Wert fixiert werden.
Die Option "Cheat" erlaubt es, in dem Real Time Menü Cheats zu aktivieren oder zu deaktivieren. Man kann allerdings nicht während das Spiel läuft auswählen welche Cheats man genau benutzen möchte. Das geht nur vor dem Spielstart wenn man die entsprechende ROM ausgewählt hat.

Savestates
Die Option "Savestate" erlaubt es, überall in dem Spiel im Real Time Menü den aktuellen Spielstand "einzufrieren" und später dort fortzusetzen - selbst wenn das Spiel selbst nicht erlaubt an der Position zu speichern. Da der Speicherstand auf der SD Karte gespeichert wird ist es möglich die Konsole auszuschalten, die Karte zu wechseln oder sogar das Spiel weiterzuspielen und sich danach damit an die vorherige Stelle zurückzusetzen. Allerdings wird hierbei ziemlich sicher der Ton kaputt gemacht. Häufig hilft es z.B. im Spiel das Spielmenü aufzurufen.

Real Time Clock (Uhrchip)
Die Real Time Clock bildet für Spiele wie z.B. die GBA Pokémon Spiele, in denen Spielinhalte von der tatsächlichen Uhrzeit abhängig sind, die Uhrzeit ab. Allerdings ist sie nicht ganz genau und verliert jeden Monat ein paar Minuten. Sie wird von einer Batterie auf der Leiterplatte betrieben, die irgendwann leer sein wird und zur Wiederherstellung der Funktionalität ausgetauscht werden muss.
Die Zeiten der Real Time Clock sind übrigens im Gegensatz zum Everdrive GBA X5 nicht direkt zwischen den Spielen miteinander verknüpft. Dadurch bleiben alle anderen Spielzeiten intakt wenn man in einem Spiel die Uhrzeit ändert. Nur durch das Ändern der Uhrzeit in den Systemeinstellungen wird jede Uhrzeit umgestellt.

NES und Gameboy Emulator in Kernel integriert
Man kann NES und Gameboy Spiele direkt wie GBA Spiele aus dem Kernel heraus starten. Da das Ganze emuliert ist gibt es auch zahlreiche Extrafunktionen. Natürlich könnte man auch die dedizierten Emulatoren verwenden, aber es fühlt sich deutlich luxuriöser an wenn der Kernel die Spiele direkt unterstützt.

7. Schlussergebnis

Viel mehr, als das was die EZ-Flash OMEGA kann, passt nicht in die Größe des Staubschutzes vom DS Lite rein. Mir ist keine GBA Flashkarte bekannt, die mehr Features als diese hat und auch der Preis ist mit der Hälfte von dem, was die einzige mögliche Konkurrenz hat, sehr fair. Auch in der Zukunft wird man wohl kaum eine Flashkarte mit einem ähnlichen Funktionsumfang zu dem Preis erwarten können. Es ist nur schade, dass die Karte keine DS ROMs unterstützt - auch wenn das aufgrund eines großen Aufwands für jedes einzelne Spiel verständlich ist.
Selbst wenn einem das UI o.ä. nicht gefallen sollte gibt es dank des Quellcodes die Möglichkeit es jederzeit selbst zu verändern. So gibt es z.B. schon eine spanische Übersetzung und einen Port von Pogoshell.

Positiv:
- Keine Software zum Patchen der ROMs nötig; Plug and Play
- Für eine GBA Flashkarte (die wegen zusätzlicher benötigter Hardware relativ teuer sind) relativ günstig
- Ziemlich perfekte ROM und Homebrew Kompatibilität
- Real Time Clock
- Viele Features wie Real Time Save und Cheats
- Unterstützt MicroSD Karten mit FAT(16)/ FAT32/ exFAT (die meisten GBA Flashkarten unterstützen nur FAT(16); viele nutzen MiniSD Karten)
- Kernel ist quelloffen
- Übersichtlich und ordentlich aussehender Kernel
- Kleine Leiterplatte, passt sogar in einen DS Lite ohne überzustehen
- Lädt Spiele sehr schnell
- Enthält zwei Wechselhüllen mit perfekter Größe für GBA/ GBA SP/ originaler DS und DS Lite/ Gameboy Micro Slot
- Meiner Meinung nach gutaussehendes Design
- Emulatoren für Gameboy und NES direkt in den Kernel integriert

Negativ:
- Benötigt festgelötete Batterie für RTS
- Verglichen mit DS Flashkarten relativ teuer
- Englische Übersetzung teilweise etwas unintuitiv
- Verlinkung zwischen DS und GBA Spielen nicht möglich
- Wenn man die Konsole beim oder kurz nach dem Speichern ausstellt kann der Speicherstand zerstört werden


Würde ich diese Karte weiterempfehlen?
Ja. Diese Karte ist derzeit in allen Punkten gleich gut oder besser als die Konkurrenz. Das gilt auch für den Preis. Der in der Werbung verwendete Vergleich mit einem Gott ist aber übertrieben.

Dienstag, 7. August 2018

Nintendo Switch Pro Controller Review (Nintendo)

Struktur:
1. Überblick (mit offiziellen Funktionen)
2. Verpackung und Inhalt
3. Qualität der Hardware
4. Inbetriebnahme
5. Kompatibilität
6. Weitere Funktionen
7. Schlussergebnis

1. Überblick

Auch wenn die Joy-Con Controller der Nintendo Switch ihre Vorteile haben, so können sie doch bei längeren Spielsessions etwas unangenehm werden. Außerdem kommt die Akkulaufzeit nicht an die der meisten Controller für andere Konsolen an.
Um diesem Problem Abhilfe zu leisten bietet Nintendo bereits seit dem Launch der Nintendo Switch Konsole einen Pro Controller an, der vom Layout her stark den herkömmlichen Controllern ähnelt. Mit ursprünglich 75€, ca. 25€ mehr als bei der Konkurrenz, ist der Preis auf jeden Fall ziemlich happig aber inzwischen gibt es das Gamepad normalerweise für 60€ bei Amazon. Wobei das natürlich auch noch ziemlich viel für ein Gamepad ist. Ob der Preis gerechtfertigt ist werden wir im Folgenden herausfinden.

Offizielle Funktionen (von der Verkaufsseite bei Amazon):
- Controller für präzise und realistische Steuerung
- Passend für die Nintendo Switch
- Farbe: Grau
- Übertragungsart: Kabellos

2. Verpackung und Inhalt


Die Pappverpackung des Controllers hat eine Oberfläche, die ungefähr so groß wie das Tablet der Nintendo Switch ist. Die weiß gehaltene Vorderseite wird von einem Bild des Controllers dominiert. An der linken Seite steht die Artikelbeschreibung in mehrere Sprachen übersetzt. An der Ober- und Unterseite der Verpackung dominiert rot als Farbe. Letztere Seite enthält einige Hinweise zur Entsorgung. In der oberen linken Ecke prankt das typische "Original Nintendo Seal of Quality" Siegel. Die Rückseite enthält außerdem noch Hinweise zur Verwendung und zu den kompatiblen Spielen.

In der Packung befindet sich neben einem USB-A zu USB-C Kabel zur Verbindung des Controllers mit dem Dock eine Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen und der Controller selbst. Umhüllt ist er von einer weichen Kunststofftasche.

3. Qualität der Hardware


Der größte Teil der Oberfläche des Controllers ist in einem dunklen, leicht durchsichtigen Farbton. Dadurch kann man unter der Plastikhülle das eine oder andere Bauteil erahnen. Eine Ausnahme davon bilden die "Flügel" zur Ablage der Handflächen, die schwarz gummiert sind. Allerdings sind die "Flügel" für meine (zugegebenermaßen relativ großen) Hände ziemlich dünn ausgefallen.
Auf der Vorderseite befinden sich die für ein Gamepad typischen Tasten, also zwei sich ziemlich gut anfühlende Joysticks, ein Steuerkreuz bei dem ich in Tetris manchmal ausversehen auf die "nach unten"-Taste gekommen bin, Select (hier "-"), Start (hier "+") und A, B, X und Y. Letztere vier Tasten sind relativ groß ausgefallen was anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist. Außerdem gibt es die von den Joy-Cos bekannten Tasten um einen Screenshot zu erstellen und um ins HOME-Menü zu gelangen. Auf der Oberseite gibt es die relativ eckigen Triggertasten L, R, ZL und ZR, die alle digital sind. Das heißt, dass man nicht in Rennspielen "nur ein bisschen" Gas geben kann sondern entweder gar kein Gas oder Vollgas. Außerdem gibt es eine SYNC-Taste um das Gamepad per Bluetooth zu pairen, einen USB-C Anschluss zum Laden oder für die Verwendung im Flugzeugmodus und eine LED um den Ladezustand anzuzeigen.Zwischen den "Flügeln" für die Hände sind die vier nintendotypischen LEDs um die Spielernummer des Spielers der das Gamepad verwendet anzuzeigen.
Die Akkulaufzeit des Gamepads ist auch angemessen. Mit gut 30 Stunden sollte man bei normalem Gebrauch schon rechnen können. Allerdings dauert eine volle Ladung auch um die sechs Stunden. Man kann aber auch während des Ladens wenn der Controller an das Dock angeschlossen ist weiterspielen. Übrigens ist der Akku im Controller vorinstalliert und es sind keine zusätzlichen Batterien notwendig. Er kann aber nicht ohne den Controller auseinanderzunehmen ausgetauscht werden.
Insgesamt finde ich, dass der Controller durch die Anordnung der vier Tasten ("+", "-", Screenshot und HOME) sowie die Form der Gummierung an den Flügeln von der Oberseite ziemlich merkwürdig aussieht. Insgesamt liegt er aber nicht schlecht in der Hand.

4. Inbetriebnahme


Am Einfachsten ist es den Controller per USB mit der gedockten Konsole zu verbinden. Dadurch wird er automatisch gepairt. Ansonsten muss man in das Controller Menü der Konsole gehen und "Griffweise/Reihenfolge ändern" auswählen. Wenn man jetzt den Controller anstellt und auf die SYNC-Taste drückt sollte er sich mit der Konsole verbinden. Laden kann man das Gamepad über einen USB-A Anschluss und das mitgelieferte Kabel entweder am Dock oder an einem anderen passenden Anschluss. Solange das Gamepad lädt leuchtet die orangefarbene LED dauerhaft.
Außerdem kann man den Controller aktualisieren. Dazu muss man in den Systemeinstellungen unter dem Punkt "Controller und Sensoren" die Option "Controller aktualisieren" auswählen.
Um das Gamepad mit anderen Geräten zu verbinden sind unter Umständen mehr Schritte notwendig. Allerdings würde eine Beschreibung davon den Rahmen dieses Reviews sprengen.

5. Kompatibilität

Da der Controller schon zum Launch der Konsole verfügbar war unterstützt er praktisch jedes Spiel. Die einzigen Ausnahmen sind Spiele, wo jeder Spieler einen Joy Con nehmen soll. Bei denen wäre Pro Controller Unterstützung sowieso nicht wirklich sinnvoll.

Kompatibilität mit Spielen:
- Mario Kart 8 Deluxe: Keine Probleme
- Octo Path Traveler Demo: Keine Probleme
- PuyoPuyo Tetris: Keine Probleme
- Pokemon Tekken DX: Keine Probleme
- The Legend of Zelda: Breath of the Wild: Keine Probleme
- Landwirtschaftssimulator Nintendo Switch Edition: Keine Probleme
- Monopoly: Keine Probleme
- Cars 3: Keine Probleme
-Skyrim: Keine Probleme
- 1, 2, Switch: Controller trennt sich beim Spielstart automatisch
- Snipperclips Plus: Keine Probleme (auch wenn man merkt, dass das Spiel auf Joy-Cons zugeschnitten ist)
- Hammerwatch: Keine Probleme
- Fe: Keine Probleme
- Mario Odyssey: Keine Probleme

Kompatibilität mit Homebrew:
- Homebrew Launcher: Keine Probleme
- Fruity: Keine Probleme
- Hamsters NX: Keine Probleme
- NX-Shell: Keine Probleme
- NXEngine-evo (Cavestory): Keine Probleme
- Useless Homebrew: Keine Probleme
- SDL Prince of Persia: Keine Probleme
- Tetris Switch: Keine Probleme

Kompatibilität mit Hardware:
- Nintendo Switch (Bluetooth): Keine Probleme
- Nintendo Switch (USB): Keine Probleme
- Windows (Bluetooth): Keine Probleme (ohne Steam als D-INPUT, mit Steam als X-INPUT); Vibrationseffekt sehr schwach
- Windows (USB): Nur per Steam Big Picture; Vibrationseffekt sehr schwach
- Linux (Bluetooth): Controller musste nach jeder Trennung komplett neu verbunden werden
- Linux (USB): Nicht kompatibel
- Steam Link (Bluetooth): Keine Probleme
- Steam Link (USB): Nicht kompatibel
- Android (Bluetooth): Keine Probleme
- Android (USB): Nicht kompatibel
- Wii U (Bluetooth): Nicht kompatibel
- Wii U (USB): Nur per Hid2VPAD Homebrew; Vibrationseffekt funktioniert nicht

6. Weitere Funktionen

Unter der Haube hat das Gamepad noch ein paar weitere Funktionen, die bisher noch nicht erwähnt wurden.

HD Rumble
Genau wie die Joy-Cons hat auch dieses Gamepad die sogenannte "HD Rumble" Funktion. Damit soll ein sehr genauer Vibrationseffekt erreicht werden.
Ein überdurchschnittlicher Vibrationseffekt ist auf jeden Fall in dem Gamepad enthalten. Allerdings ist er verglichen mit den Joy-Cons ziemlich schwach.

NFC Reader
Damit man auch ohne die Joy-Cons zur Hand zu haben Amiibos einscannen kann besitzt dieses Gamepad unter der mittleren Fläche einen NFC Reader.

Bewegungssteuerung
Zu guter letzt läuft das Gamepad auch bei diesem Trend mit. Man kann Spiele (wenn sie die Funktion unterstützen) nicht nur per Tasten steuern sondern auch die eine oder andere Aktion per Bewegungssteuerung ausführen. So kann man z.B. in Mario Kart lenken oder in Breath of the Wild zielen. Allerdings finde ich persönlich Bewegungssteuerungen nur in sehr speziellen Fällen wie z.B. dem Kugelrätsel in breath of the Wild. Nichtsdestotrotz ist es immer gut Optionen zu haben.

7. Schlussergebnis

Für die Nintendo Switch ist dies natürlich ein ziemlich idealer Controller und wenn man kein Problem mit dem Preis hat und mit den Joy-Cons nicht vollständig zufrieden ist sollte man als Besitzer der Konsole auf jeden Fall zuschlagen. Selbst wenn man in einigen Jahren nicht mehr so häufig mit der Switch spielen sollte kann man ihn dank Steam Unterstützung in allen aktuellen PC Spielen weiter verwenden. Einziger Störfaktor könnte dabei sein, dass die Trigger nicht analog sind.
Wenn man das Produkt mit der Konkurrenz vergleicht mag der Preis auf den ersten Blick 10-20 Euro zu hoch sein. Wo hier HD Rumble und ein NFC Reader geboten wird, hat ein Dualshock 4 Controller die Touchbar. Allerdings enthält dieses Gamepad im Gegensatz zu dem XBox One Controller immerhin einen Akku.

Positiv:
-Enthält NFC Reader
-HD Rumble
-Bewegungssteuerung
-Unterstützt fast alle Spiele
-Liegt insgesamt gut in der Hand
-Funktioniert mit Windows

Negativ:
-Sieht etwas merkwürdig aus
-Relativ teuer
-Kein Audio Ausgang
-Digitale Trigger
-Vibrationseffekt sehr schwach

Samstag, 14. Juli 2018

Quellcode für Kernel von EZ-Flash Omega veröffentlicht

Nachdem das EZ-Flash Team dieses Jahr schon den Quellcode für die EZ-Flash III veröffentlicht hat, ist nun der Quellcode für den Kernel ihrer neusten Karte - der EZ-Flash OMEGA dran. Zum Kompillieren wird lediglich DevkitPro zusammen mit DevkitARM und LibGBA benötigt.
Die EZ-Flash Omega ist das aktuellste Flaggschiff des Herstellers. Ein Review dazu wird hier auch noch erscheinen.

Dienstag, 10. Juli 2018

SX OS und SX Pro Review (Team Xecuter)

Struktur:
1. Überblick (mit offiziellen Funktionen)
2. Packung und Inhalt
3. Qualität des Produktes
4. Installation und Benutzung
5. Kompatibilität
6. Weitere Funktionen
7. Schlussergebnis

1. Überblick

In den XBox 360er Tagen sehr bekannt ist das Team Xecuter inzwischen eher in Vergessenheit geraten. Neben ein paar nie eingehaltenen Ankündigungen (z.B. für einen XBox One Modchip) gab es keine relevanten Ereignisse. Jetzt gibt es allerdings ein neues Produkt, das diesmal auf keine Konsole von Microsoft abzielt sondern auf die Switch von Nintendo. Dabei wird der schon seit einigen Monaten bekannte Fusée Gelée Exploit genutzt. Um ihn zu verwenden muss die Switch in den Recovery Modus (RCM) gebracht werden und dort ein Payload per USB ausgeführt werden, wozu sowohl ein kleiner Leiter zum Überbrücken einiger Pins als auch ein USB Host Gerät notwendig sind.
Das Herzstück des Angebots von Team Xecuter ist eine Custom Firmware (SX OS), die man entweder als einzelne Lizenz erwerben kann, wenn man einen eigenen Leiter (JIG) und ein Handy o.ä. zum Ausführen des Exploits verwenden möchte, oder zusammen mit einem etwa daumengroßen USB Dongle mit einem eigenen JIG. Ich habe mich für die Version mit USB Dongle und JIG entschieden.
Es gibt übrigens einige Indizien darauf, dass die Team Xecuter Seite von den Machern von Gateway 3DS gekauft wurden und der Name nur noch zu Vermarktungszwecken verwendet wird - wie PARADOX. Man sollte also ähnlichen Support wie in den ersten Jahren der Gateway 3DS erwarten können.
Ich habe den Dongle bei Shop01media gekauft. Dieses Review ist zur SX OS Version 1.3 und wird aktualisiert wenn eine Version mit wichtigen Neuerungen erscheint.

Offizielle Funktionen (von der Website, frei aus dem Englischen übersetzt):
Offizielle Funktionen vom SX Pro USB Dongle:
- Lötfrei: der SX Pro ist ein einfach benutzbarer Dongle, der in den Ladeanschluss deiner Nintendo Switch gesteckt wird
- Garantie bleibt erhalten: Das SX Pro macht deine Garantie nicht ungültig. Du musst die Konsole nicht öffnen oder irgendwelche Modifikationen machen. Einfach!
- Kostenlose SX OS Lizenz: Jeder SX Pro wird mit einer kostenlosen Lizenz für das SX OS Versand
- Vollständig aktualisierbar: Der SX Pro ist vollständig aktualisierbar und zukunftssicher
Offizielle Funktionen von der SX OS Custom Firmware:
- Funktioniert mit jeder Switch: Das SX OS funktioniert mit jeder Nintendo Switch, die es gibt. Auf jeder Firmware Version! (Diese Aussage stimmt so nicht mehr. Weiteres dazu später.)
- Spiele alle Spiele! Mit dem SX OS kannst du all deine Lieblingsspiele direkt von der MicroSD Karte aus starten, die in deiner Nintendo Switch steckt
- Homebrew Spiele & Anwendungen: Wenn du den SX OS Homebrew Menu Launcher verwendest kannst du alle qualitativen Spiele und Anwendungen von unabhängigen Entwicklern genießen
- Fortgesetzte Unterstützung: Wir arbeiten aktiv daran weitere aufregende Funktionen ins SX OS zu bringen. Kunden haben die Berechtigung für kostenlose Unterstützung und Updates auf Lebenszeit (welche Lebenszeit da auch immer gemeint ist)
- Rückwärtskompatibel: Wenn du den SX OS Launcher verwendest kannst du einfach die normale Nintendo Switch Firmware starten um deine originalen Spiele zu genießen.

2. Packung und Inhalt



Die Verpackung vom SX Pro ist in einem stylischen rot-schwarzem Farbschema gehalten. Auf der Vorderseite prankt ein Logo des Teams während die Rückseite von einem CE- und einem RoHS Symbol geziert werden. Zum Hersteller gibt es keine URL auf der Verpackung.
Aus der schwarzen Hülle kann man eine weiße Box herausschieben, die man wie ein Buch öffnen kann. Auch hier prankt auf der Vorderseite das eben erwähnte Logo. Der Rest der Außenseiten ist komplett weiß.

In der Pappe ist eine Einlage aus weißem Kunststoff, in der sich der JIG und der USB Dongle befinden. Außerdem kann man sie aufklappen um an ein ziemlich chemisch riechendes USB-A zu Micro USB Kabel zu gelangen, das zum Laden des USB Dongles verwendet werden kann.
In dem USB-C Anschluss des Dongles befindet sich ein schwarzes Plastikstück um Staub abzufangen. Man kann es einfach herausziehen. Außerdem befinden sich sowohl auf dem JIG, als auch auf dem USB Dongle Aufkleber mit dem Logo.
Also noch einmal der komplette Lieferumfang aufgelistet:
- Verpackung (bestehend aus dem Überschub, der Pappschachtel und der Kunststoffeinlage)
- USB Dongle inklusive Staubschutz
- USB-A zu Micro USB Kabel
- JIG

3. Qualität des Produktes


Der mitgelieferte JIG (in den Bildern links) besteht hauptsächlich aus schwarzem Plastik. Hier befindet sich der Aufkleber mit dem Logo auf der Rückseite. Von Oben kann man die Wörter "ON" und "OFF" lesen. Das ist dazu da um die Orientation mit der der JIG zur Ausführung des RCM in die Switch gesteckt werden muss zu verdeutlichen.
Außerdem steht neben den beiden Kontakten "TX". Die Kontakte sind sehr dünn und scheinen biegbar zu sein - für die Pins mit denen er verbunden werden soll deutlich besser als die Meisten anderen verkauften JIGs. Insgesamt macht der JIG einen besseren Eindruck als ein anderer den ich online gekauft habe (in den Bildern rechts).

Der mit schwarzem Gummi ummantelte USB Dongle hat zwei USB Anschlüsse. Der obere USB-C Anschluss wird verwendet um den Payload für den Exploit an die Switch zu senden. Außerdem kann er in der normalen Switch Oberfläche darüber aufgeladen werden (im Recovery Modus liefert die Switch über den USB Anschluss keinen Strom!). Der untere Micro USB Anschluss kann nebst dem Laden des Dongles in der Zukunft zum Aktualisieren des Selbigen verwendet werden. Neben diesem Anschluss gibt es in das Gummi ein "+" und ein "-" Symbol eingraviert. Letzteres funktioniert gleichzeitig als Schlitz für eine grün-blaue LED. Auf der oberen und auf der unteren Seite klebt je ein Aufkleber mit dem TX Logo. Die beiden runden Ausarbeitungen an den Seiten des Dongles beherbergen je einen Superkondensator um den Dongle im RCM mit Strom zu versorgen. Insgesamt ist er etwas größer als ein Daumen, inklusive USB-C Anschluss kann man die Größe mit der einer Nintendo Switch Cartridge vergleichen - wenn er auch etwas kürzer und ca. 3x so hoch ist. Ganz am Ende des Reviews gibt es noch ein Bild mit mehreren Gegenständen zum Größenvergleich.
Durch die Gummihülle macht der Dongle einen robusten Eindruck. Der qualitative Eindruck wird durch den Staubfänger am USB-C Anschluss verstärkt. Nur etwas irritierend ist anfangs die Aussparung für die LED. Sowohl JIG als auch USB Dongle sind sehr leicht.

4. Installation und Benutzung

Der Installationsvorgang ist unabhängig von der Firmwareversion der Switch Konsole. Allerdings ist kürzlich eine neue Revision von Switch Konsolen erschienen, auf denen der Exploit, den Team Xecuter verwendet, nicht mehr funktioniert. Ggf. sollte man vor dem Kauf des Dongles oder der CFW mit einem Computer oder einem Handy ersteinmal ausprobieren, ob Fusée Gelée mit der eigenen Switch Konsole funktioniert.

Vorbereitungen
Zuerst sollte man sicherstellen, dass die Kondensatoren vom USB Dongle vollgeladen sind. Deshalb sollte man den Dongle vor dem ersten Start oder wenn man ihn für längere Zeit nicht mehr verwendet hat für einige Sekunden entweder mit einer eingeschalteten Switch Konsole oder über das USB Kabel mit einem Computer verbinden. Beim Laden und beim Endladen geben die Kondensatoren übrigens einen leisen, relativ hohen Ton ab. In dem Test haben die Superkondesatoren über 30 Starts ausgehalten ohne dass sie zwischenzeitlich geladen werden mussten (nach ca. 35 Neustarts wurde der Test abgebrochen). Wenn du SX OS gekauft hast und ein anderes Gerät zum Senden des Payloads verwendest ist das natürlich nicht notwendig.
Vor dem ersten Start sollte man erstmal das aktuelle SX OS in das Hauptverzeichnis der SD Karte der Switch kopieren. Außerdem solltest du wenn du Homebrewanwendungen verwenden möchtest auch das aktuelle HBMenu in das Hauptverzeichnis kopieren. Als Letztes können noch ROMs von Nintendo Switch Spielen im .xci-Format auf die SD Karte kopiert werden. Wenn du das exFAT Update nicht auf der Switch hast oder aus einem anderen Grund die SD Karte nicht in exFAT formatieren möchtest kannst du ROMs die größer als 4GB groß sind mit dem XCI-Cutter in ca. 4GB große Dateien trennen.
Falls du dich für das SX OS entschieden hast brauchst du außerdem eine Möglichkeit Fusée Gelée mit einem externen Gerät auszuführen. Als Payload muss dort der SX Loader ausgeführt werden. Der SX Pro kommt mit der richtigen Payload vorgeladen.

Recovery Mode ausführen

Jetzt kann man den mitgelieferten JIG in die Schiene vom rechten Joy-Con stecken. Bei der Konsole mit neonfarbenen Joy-Cons ist es die Schiene vom roten Controller. Dabei muss der Pfeil an dem "ON" steht nach unten zeigen. Als Nächstes kannst du den USB Dongle in den Anschluss an der Unterseite der Konsole stecken. Dann musst du nur noch sicherstellen dass die Switch aus ist und wenn sie aus ist, erst die Lautstärke + Taste drücken und während du sie hältst die POWER-Taste drücken. Dabei sollte die grüne LED vom Dongle relativ durchgängig leuchten - bis auf den Bruchteil einer Sekunde in dem sie blau leuchtet. Jetzt solltest du im SX-OS Bootmenü landen. Dort kannst du entweder die custom Firmware oder die originale Firmware starten oder aber in die Optionen gehen. Bei Letzterem gibt es einige Optionen für AutoRCM (mehr dazu später), die Möglichkeit eine externe Payload auszuführen oder die Konsole auszuschalten. Um gekaufte Cartridges abzuspielen muss man die originale Firmware starten, da die Konsole in der custom Firmware Cartridges im Slot nicht korrekt lesen kann.

Wenn man "Boot custom FW" auswählt wird erst einmal darum gebeten eine "license-request.dat"-Datei erstellen zu dürfen. Sie enthält konsolenspezifische Informationen und ist zur Validierung der Lizenz notwendig.

Lizenz aktivieren

Wenn du im Switch Menü bist kannst du das Album öffnen. Dort sollte unter "License status:" "LICENSE NOT FOUND" stehen. Jetzt kannst du entweder "A" drücken oder wenn du die Switch nicht mit dem Internet verbunden hast die SD Karte aus der Konsole nehmen, auf diese Seite gehen und dort die "license-request.dat" Datei aus dem Hauptverzeichnis der SD Karte hochladen. Wenn eine Lizenz für deine Konsole erstellt wurde sollte automatisch eine "license.dat"-Datei erstellt werden, die du ins Hauptverzeichnis der SD der Switch kopieren kannst. Falls du zuvor schon einmal eine Lizenz heruntergeladen hast solltest du die Datei ggf. in "license.dat" umbenennen.

Jetzt kannst du wieder SX OS ausführen. Bevor du das Album öffnest solltest du allerdings ggf. eine Spielecartridge aus dem Slot der Konsole nehmen. Die Spiele im ROM Auswahlmenü werden in der Reihenfolge aufgelistet wie sie auf die SD Karte kopiert wurden - nicht in alphabetischer Reihenfolge. Um die Spiele umzusortieren gibt es ggf. einige Tools.

Falls du nicht das ROM Auswahlmenü sondern den Homebrew Launcher starten möchtest kannst du während du auf das Album drückst die "R" Taste drücken. Wenn du "L" drückst gelangst du im normalen Album.
Sobald die Lizenz aktiviert ist wird das Bootmenü beim Start der Konsole normalerweise nicht mehr angezeigt werden. Man kann es trotzdem öffnen indem man beim Start die Lautstärke + Taste gedrückt hält.

5. Kompatibilität

Bei keinem der Spiele habe ich den Online Modus getestet. Theoretisch könnte man sie zwar mit eigenen Headern online spielen aber bisher ist nicht bekannt in welchem Umfang Nintendo die Daten speichert und auswertet sodass es ein nicht unbeachtliches Risiko gibt, dass man beim Online Spielen von ROMs gebannt wird.
Wenn man versucht Spiele zu laden die eine höhere Firmware Version der Switch benötigen gibt es einen Fehler.

ROMs:
Pokemon Tekken DX: Keine Probleme
Cars 3 - Driven to Win: Keine Probleme
The Legend of Zelda - Breath of the Wild: Keine Probleme
Lego Worlds: Keine Probleme
Landwirtschaftssimulator Nintendo Switch Edition: Keine Probleme
Puyo Puyo Tetris: Keine Probleme
1-2-Switch: Konsole Freezt beim Wettessen Spiel
Lego Worlds: Keine Probleme
Mario Kart 8 Deluxe: Keine Probleme
Monopoly für Nintendo Switch: Keine Probleme
The Elder Scrolls V - Skyrim: Keine Probleme

Homebrew:
hb App Store: Keine Probleme
NX-Shell: Keine Probleme
SpaceNX: Freezt direkt nach Start
2048: Keine Probleme
Useless Homebrew: Keine Probleme
NXEngine (Cave Story): Keine Probleme
Minesweeper: Keine Probleme
Fireplace-NX: Keine Probleme
Outrun: Freezt direkt nach Start
Tetris Switch: Keine Probleme
WAIN Cart Dumper NX: Mit dem SX OS können keine Cartridges gelesen werden

6. Weitere Funktionen

Mal vom Laden von ROMs hat das SX OS noch einige weitere Funktionen.

Starten von Payloads
Payloads im .bin-Format können direkt von der SD Karte aus gestartet werden. Dadurch kann man mit dem Xecuter Dongle z.B. auch Hekate o.ä. ausführen. Dazu muss man einfach im Boot-Menü in den Optionen Payloads ausführen. Die auszuführenden Dateien sollten im Hauptverzeichnis der SD Karte liegen.

Downgrade Fuses
Die Nintendo Switch verhindert durch sogenannte elektrische Sicherungen das Downgraden wenn in einem Update schwerwiegende Fehler behoben wurden. Mit dem SX OS kann man die Firmware aktualisieren oder ältere Firmwares ausführen ohne dass diese Sicherungen angerührt werden. Allerdings sollte man nach dem Installieren einer neuen Firmware aufpassen! Die Konsole startet in eine ungepatchte Firmware neu - selbst wenn man AutoRCM verwendet.

AutoRCM
Mit AutoRCM wird der NAND der Konsole absichtlich gebrickt sodass sie direkt in den Recovery Modus startet. Dadurch benötigt man keinen JIG mehr. Ein USB Dongle oder ähnliches wird allerdings nach wie vor benötigt. Ich empfehle allerdings dringendst vor der Verwendung von AutoRCM ein NAND Backup zu erstellen. Außerdem sollte beachtet werden, dass die Konsole danach nicht mehr ohne USB Dongle o.ä. gestartet werden kann.

7. Schlussergebnis

Bis auf das Laden von ROMs ist das SX OS mehr oder weniger funktionsgleich mit kostenlosen, quelloffenen Erzeugnissen der Community. Bald wird sicherlich auch das angenehme Laden von ROMs mit Communitytools möglich sein. Deshalb sehe ich für das SX OS mittel- bis langfristig keine Zukunft.
Bei dem Dongle verhält es sich allerdings anders. Er ist eine angenehme Option den Payload auszuführen und stört dank des kleinen Formfaktors nicht wirklich wenn man ihn mitnimmt. Ohne die Option mit dem SX OS andere Payloads zu laden sähe das allerdings anders aus.
Dass der Dongle zwei Kondensatoren und keine Batterien oder Akkus verwendet ist mir in den Tests in keinster Weise negativ aufgefallen. Da er im Switch Menü geladen wird musste ich ihn bis auf einmal vor der ersten Verwendung und einmal vor dem Test wie viele Startvorgänge die Kondensatoren durchhalten nicht aufladen. Zum Bau eines eigenen Dongles schwirren ja schon zahlreiche Anleitungen im Netz umher aber letztendlich wird man damit nicht die Qualität und die kleinen Maße des SX Pros erreichen können.

Positiv:
- Dongle sehr klein und wirkt dank Gummiummantelung ziemlich robust
- JIG kontaktschonend und "überentwickelt" (anonymes Zitat aus einem IRC Chat)
- Gesamtprodukt wirkt sehr professionell
- Einfache Bedienung
- SX OS Unterstützt sowohl Homebrew als auch ROMs
- SX OS unterstützt Ausführen von Payloads von Dritten
- Mit ca. 40€ sehr bezahlbar (die ersten DS und 3DS Flashkarten haben als sie auf den Markt gekommen sind mindestens das Doppelte gekostet)

Negativ:
- Kein EmuNAND
- Bisher nicht aus dem eShop heruntergeladene eShop Titel nur sehr umständlich ausführbar
- Bricking Code in den ersten SX OS Versionen
- Verstößt gegen die Lizenzen von Open Source Software aus der Community
- Online Verbindung zur Validation der Lizenz notwendig
- Kein Version Spoof für Spiele
- Vom Online Spielen wird dringendst abgeraten

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