Mittwoch, 2. Januar 2019

Sky3DS Plus Review (sky3dsplus.net)

Struktur:
1. Überblick (mit offiziellen Funktionen)
2. Packung und Inhalt
3. Qualität der Karte
4. Installation und Benutzung
5. Kompatibilität
6. Schlussergebnis

1. Überblick

Um 3DS ROMs abzuspielen gibt es viele Optionen. Custom Firmwares aus der Community deren Installation etwas umständlicher ist, "alte" Flashkarten die eine eigene Custom Firmware benötigt haben (zum Beispiel die Gateway 3DS) und "neue" Flashkarten wie die Sky3DS oder die Stargate 3DS, die dem 3DS vorgaukeln ein tatsächliches physisches Spiel zu sein. Wechseln kann man das Spiel dabei mit zwei physikalischen Tasten an der Cartridge.
Die Flashkarte, die wir uns heute anschauen, ist nur noch unter einem Namen bekannt. Aber das war nicht immer so: früher gab es die gleiche Karte unter vielen Namen. Sky3DS, QQ3DS, R5SDHC und K3DS. Der Grund dafür war, dass die tatsächliche Hardware von einer unbekannten Firma hergestellt wird, die die "Rohlinge" an Onlineshops verkauft hat welche sie dann gebrandet und vermarktet haben. Deshalb gab es bis auf Verpackung und Tastenfarbe keine Unterschiede zwischen den Karten - funktionstechnisch waren alle gleich. Mit der Zeit hat sich allerdings nur die Sky3DS gehalten - die anderen Karten sind heutzutage nicht mehr verfügbar.
Seit den ersten Karten des Herstellers, der damals noch unter sky3ds.com erreichbar war, hat sich vieles getan. Man braucht keine extra Software mehr um Spiele auf die Karte zu kopieren, es gibt kein Limit von maximal 10 Spielen pro Karte mehr und inzwischen gibt es zwei Tasten sodass man nicht nur nach vorne, sondern auch zurück navigieren kann. Außerdem gibt es jetzt ein sogenanntes SkyDock als Zubehör, dessen Funktionen wir uns später genauer anschauen werden.
Der Artikel wurde mir freundlicherweise von dgchips.com bereitgestellt. Vielen Dank dafür!

Offizielle Funktionen (von der offiziellen Website, frei aus dem Englischen übersetzt):
- Enthält alle Funktionen der Sky3DS
- Plug & Play, einfach zu benutzen, kein weiteres Setup an der Konsole
- Spiele werden direkt per Download aus dem eShop aktualisiert
- Kostenlose Updates der Firmware, keine Angst vor Konsolen Bricks
- Wechseln der Spiele mit zwei orangen Tasten
- Kompatibel mit anderen 3rd party Homebrew Anwendungen
- AP Checks gelöst. Firmware aktualisierbar

2. Packung und Inhalt


Erstaunlicherweise hat nur die Flashkarte selbst eine Verpackung; SkyDock und MicroUSB Kabel werden lose in der Post verschickt. Das könnte daran liegen, dass bei der Flashkarte die höchste Gefahr besteht, dass etwas kaputt geht. Dementsprechend benötigt sie den meisten Schutz.
Die Verpackung ist eine einfache Hülle aus Plastik, die von Pappe umrahmt ist. Die Plastikschale kann man aufklappen um die Karte zu entnehmen ohne die Verpackung zu beschädigen. Auf die Pappe sind geklaute Bilder von Spielen, Filmen o.ä. gedruckt; der Aufdruck hat sich in den vergangenen Jahren mehrmals verändert. Außerdem befindet sich die Produktbezeichnung Sky3DS+ auf der Verpackung. Hinweise zur Entsorgung, ein CE Symbol, einen Barcode oder eine Liste mit den Funktionen der Karte befinden sich nicht auf der Packung.
Das weiße MicroUSB aus dem Lieferumfang ist nur sehr kurz aber es hat eine ausreichende Dicke. Ich würde davon ausgehen, dass es nicht allzu schnell kaputt geht.

Der Dritte im Bunde, das SkyDock, wird von einer harten Hülle aus mattem Plastik umrandet. Es fühlt sich nicht sehr hochwertig aber dafür relativ stabil an. Zusammengehalten wird es von 4 Schrauben. Außerdem gibt es einen Aufkleber auf dem der Name des Gegenstandes steht. Die Vorderseite enthält zwei Schlitze, in die Cartridges eingeführt werden können.

3. Qualität der Karte


Auf der Flashkarte selbst klebt ein großer Aufkleber mit dem Schriftzug "Sky3DS+", der URL "www.sky3dsplus.net" und weiteren geklauten Bildern. Der glänzende Sticker ist relativ glatt. Trotzdem kann man darunter leicht einige elektrische Chips erfühlen. Das Plastik der Karte hat fast den exakten Farbton wie der von originalen 3DS Spielen - nur das Nintendo Logo fehlt. Es ist sehr flach und leicht milchig durchsichtig. Wie 3DS Spiele hat auch diese Karte einen Knubbel damit man sie nicht in ältere DS Systeme schieben kann.
Neben dem MicroSD Kartenschlitz auf der Oberseite gibt es dort noch zwei orangefarbene Tasten. Mit ihnen kann man das Spiel, das der 3DS liest, ändern. Sie wirken halbwegs stabil; insbesondere im direkten Vergleich mit den Tasten der Stargate 3DS - allerdings sind sie etwas kleiner. Die linke Seite ziert ein MicroUSB Anschluss, in den das mitgelieferte MicroUSB Kabel passt. Von der Rückseite aus fallen die recht langen Kontakte auf, die alle mit Stegen getrennt sind. Dies ist gut um Kontaktprobleme zu vermeiden.
Leider ist die Sky3DS Plus Flashkarte festgeklebt sodass ich keine Bilder der Leiterplatte machen kann ohne sie zu beschädigen. Anders sieht es hingegen bei dem SkyDock aus; soweit ich es sehen kann sind dies sogar die weltweit ersten Bilder der Leiterplatte von dem SkyDock. Der Blick ins Innere bestätigt die Behauptung, dass es sich um eine schwarze Hülle handelt, in der zwei zusammengelötete 3DS Kartenslots sind. Davon abgesehen gibt es einige Widerstände und Kondensatoren.


4. Installation und Benutzung

Firmware aktualisieren
Als Erstes sollten wir schauen ob überhaupt ein Firmware Update für die Karte notwendig ist. Dafür kann man eine leere MicroSD Karte in die Flashkarte tun und die Flashkarte in den 3DS stecken. Nun sollte sich auf der SD Karte eine settings.txt-Datei befinden. Wenn man sie öffnet gibt es dort die Zeile "FIRMWARE_VERSION=", hinter der eine Nummer steht. Sollte die Zahl kleiner als 140 sein, dann ist ein Firmware Update empfohlen - zumindest wenn du in der Zukunft das SkyDock benutzen möchtest. Es wird außerdem dringend empfohlen Updates von einer MicroSD Karte aus auszuführen, die in FAT32 formatiert ist.
Jetzt können wir das aktuelle Update von der Sky3DS Website herunterladen: auf dieser Seite gibt es die aktuelle Sky3DS+ Firmware. Dann kann man das Update in das Hauptverzeichnis der eben erwähnten MicroSD Karte kopieren. Als Nächstes kann man die MicroSD in die Sky3DS+ tun und sie über den MicroUSB Anschluss mit einem Computer verbinden. Daraufhin sollte die LED für einige Sekunden rot leuchten und danach für einige Sekunden grün blinken. Sobald das Licht erlischt wurde die Sky3DS+ erfolgreich aktualisiert.
HINWEIS: Enterne nicht das USB Kabel oder die SD Karte während die Karte aktualisiert wird! Es könnte die Flashkarte beschädigen!
Als letztes solltest du noch die firmware.bin von der SD Karte in der Flashkarte löschen.
Wenn du keinen MicroSD Kartenleser hast, dann kannst du die Sky3DS Plus über das mitgelieferte USB Kabel mit dem PC verbinden. Sie funktioniert in diesem Fall als normaler MicroSD Reader.

Spiele ausführen
Um 3DS Spiele offline zu spielen müssen wir jetzt nur noch die .3DS ROMs auf die SD Karte der Flashkarte kopieren und das Modul danach in die Konsole stecken. Nun kann man mit den orangefarbenen Tasten das Spiel, das der 3DS gerade liest, wechseln. Dabei muss beachtet werden, dass es verschlüsselte und unveränderte 3DS ROMs sein müssen. Die Sky3DS tut so, als ob sie ein normales Spiel wäre und dementsprechend können nur ROMs von Spielen ausgeführt werden, die der 3DS ohne Tricks lesen würde. Veränderte Spiele (also zum Beispiel eShop Spiele, die zu einer 3DS ROM konvertiert wurden) können nicht mit der Karte abgespielt werden. Spiele aus einer anderen Region können auch nicht ohne weitere Tricks wie zum Beispiel eine Custom Firmware ausgeführt werden. Die Sky3DS+ hat im Gegensatz zur originalen Sky3DS kein maximales Spielelimit.
Bei vielen Spielen kann das ganze Tastendrücken dröge werden. Man kann die Taste ohne dass das nächste Spiel im 3DS Menü angezeigt wird drücken um schneller zu wechseln. Dabei sollte man nicht währenddem ein Spiel ausgeführt auf die Tasten kommen, da das für den 3DS so ist als wenn eine Cartridge mitten im Spiel entfernt wurde.
Die Speicherstände werden auf der MicroSD Karte in der Flashkarte gesichert. Damit werden sie "mitgenommen" wenn man die Karte in einen anderen 3DS steckt.

Homebrew ausführen
Da die Sky3DS+ ein echtes, physisches Spiel "emuliert" kann sie nicht ohne weiteres Homebrew ausführen. Man kann allerdings ROMs von Spielen, die einen für Homebrew nutzbaren Exploit haben, auf die Karte laden. Ein Beispiel dafür ist "Cubic Ninja", in dem es den bekannten NINJHAX Exploit gibt. Man muss lediglich einige Daten auf die SD vom 3DS kopieren und einige QR Codes einscannen um den Homebrew Launcher auszuführen.

Mit dem SkyDock 3DS Spiele kopieren

Wenn die Sky3DS Plus auf der aktuellen Version ist und man ein SkyDock besitzt, dann kann man mit der Karte sogar die CardID, den Speicherstand und ein Abbild von einem realen Spiel erstellen. Die CardID kann später verwendet werden um mit ROMs online zu spielen.
Zuerst muss man die Sky3DS Plus und ein echtes Spiel in das Sky Dock schieben. Hier sollte aufgepasst werden, dass der USB Anschluss der Sky3DS frei bleibt. Als nächstes kann man schon die Sky3DS über ein MicroUSB Kabel mit einem Computer oder einer anderen USB Spannungsquelle verbinden. Die blaue LED sollte aufblitzen und auf der SD Karte befindet sich jetzt eine savekeys.txt Datei, die den privaten Header des Spiels enthält. Wenn man jetzt kurz auf eine orange Taste drückt, dann sollte kurz ein rotes Licht aufblitzen. Jetzt sind zwei neue Dateien auf der SD: eine .CFG und eine .SAV. Ersteres enthält spezifische Informationen zur Cartridge (Cart ID, Flash ID etc). Die .SAV Datei ist eine Kopie des Speicherstands von dem Spiel, der mit der Sky3DS Plus kompatibel ist. Man kann also Backups an dem Punkt wo man mit einer echten Cartridge war weiterspielen.
Als letztes gibt es die Option Spiele zu kopieren, also ROMs zu erstellen. Dafür muss man die orange Taste so lange drücken bis die rote LED aufblinkt. Innerhalb einiger Minuten sollte sich die Farbe zu grün ändern. Sobald die LED aus ist sollte sich eine .3ds Datei auf der MicroSD Karte befinden. Es ist die Kopie des Spiels. Solange die LED leuchtet solltest du auf keinen Fall das USB Kabel abziehen oder eine Cartridge aus dem Dock entnehmen.
Die Zeit wie lange das Kopieren dauert hängt vom Spiel ab. Je größer das Spiel, desto länger dauert es. Unter Umständen muss man sich schon mal eine halbe Stunde oder länger gedulden.
In der Praxis funktioniert dieses Feature nur mittelmäßig gut. So konnte ich zum Beispiel keine 4GB großen Spiele getrimmt auf eine FAT32 MicroSD Karte dumpen.

Online spielen
Um 3DS Spiele, deren Cartridge man besitzt, online zu spielen, reicht es, die Cartridge und die .CFG Datei mit dem SkyDock zu dumpen (siehe "Mit dem SkyDock 3DS Spiele kopieren"). Jetzt sollte man mit dem Backup problemlos online spielen können. Allerdings ist es nicht empfohlen gleichzeitig mit der originalen Cartridge und einem Backup über das Internet zu spielen - es könnte in einen Bann resultieren. Außerdem werden die Eigenschaften des Spiels verändert sodass Speicherstände, die andere bzw. keine Headerinformationen haben, nicht mehr geladen werden können.
Damit wir auch andere ROMs online spielen können müssen wir als nächstes die settings.txt Datei auf der MicroSD Karte öffnen und folgende Zeile hinzufügen: "CREATE_PER_GAME_SETTINGS=1". Wenn du jetzt das Spiel, das du online spielen möchtest, mit der Sky3DS Plus startest, sollte sie eine .CFG-Datei erstellen. Sie hat den gleichen Namen wie die .3DS ROM.
Jetzt brauchen wir die .CFG Datei von dem Spiel, das wir gedumpt haben. Die können wir öffnen und die ersten 32 Buchstaben bzw. Ziffern kopieren. Die müssen wir in der .CFG Datei von dem Spiel, das wir online spielen wollen, einfügen. Danach sollte man das Spiel schon online spielen können. Sollte es nicht funktionieren kann man die Speicherdatei von dem Spiel, das man online spielen möchte, löschen. Das sollte das Problem beheben.

Weitere Optionen
Die Karte erstellt automatisch eine Datei mit dem Namen "settings.txt" auf der MicroSD Karte, wenn noch keine vorhanden ist. Neben der Option "Firmware_VERSION", die wir bereits verwendet haben, gibt es folgende Einträge:
DEFAULT_GAMESAVE_KEY: Der GAMESAVE_KEY wurde schon bei dem letzten Punkt erklärt. Hierbei handelt es sich um den Standardwert dafür
HIGH_SPEED_ENABLED: vermutlich eine Option um höhere Geschwindigkeiten freizuschalten. Ich habe keine offiziellen Informationen zu dieser Option gefunden
ACTIVITY_LED_COLOR: mit dieser Option kann eingestellt werden welche LEDs normalerweise leuchten sollen. Der Standartwert ist 000000. Je nach Farben die man aktivieren möchte kann man die linken, die mittleren oder die rechten beiden Doppelnullen durch FF ersetzen. Ein Beispiel wäre FF00FF
EEPROM_LED_COLOR: die hier eingestellten LEDs leuchten wenn auf den EEPROM der Flashkarte zugegriffen wird
SD_LED_COLOR: als letzte Option kann man die Farben für SD Zugriffe einstellen

Stromverbrauch
Diese Karte wirbt nicht mit einem "niedrigen Stromverbrauch". Da die Konkurrenz, also die Stargate 3DS, das allerdings tut wurde diese Karte auch einem Test unterzogen um zu schauen welche Karte länger durchhält. Den kompletten Testaufbau kann man übrigens im Stargate 3DS Review nachlesen. Der Test ist natürlich ziemlich fehleranfällig und nur ein bestimmter Fall. Er sollte höchstens als Richtwert verstanden werden.
In meinem Test hat die Sky3DS Plus ca. 151 Minuten (9030 Sekunden) durchgehalten. Damit liegt sie zwischen der Stargate (131 Minuten) und einem echten Spiel (162 Minuten); die Sky3DS Plus hat also weniger Energieverbrauch als die Stargate wodurch man länger ohne zwischendurch aufzuladen spielen kann.

5. Kompatibilität

Kurz gesagt: die Sky3DS Plus sollte mit jedem 3DS Spiel laufen.

3DS ROM Kompatibilität
- Cubic Ninja: Keine Probleme
- Ridge Racer 3D: Keine Probleme
- Sonic Generations: Keine Probleme
- The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D: Keine Probleme
- The Legend of Zelda: Majora's Mask 3D: Keine Probleme
- Fireemblem Warriors (nur New 3DS): Keine Probleme
- Lego City Undercover - The Chase begins: Keine Probleme
- Lego Friends: Keine Probleme
- Mario Kart 7: Keine Probleme
- Transformers Prime The Game: Keine Probleme
- Bravely Second: Keine Probleme
- Shovel Knight: Keine Probleme
- Xenoblade Chronicles 3D (nur New 3DS): Keine Probleme
- Landwirtschaftssimulator 2012: Keine Probleme
- Landwirtschaftssimulator 2018: Keine Probleme (möglicherweise mehr Slowdowns)
- Pokemon Super Mystery Dungeon: Keine Probleme
- Pokemon Ultra Sonne: Keine Probleme (MicroSD muss in exFAT formatiert sein)
- New Super Mario Bros 2: Keine Probleme
- Spy Hunter: Keine Probleme
- Super Smash Bros for 3DS: Keine Probleme

6. Schlussergebnis

Alles, was diese Karte macht, tut sie so wie sie es soll. Viele Extrafeatures gibt es leider nicht, insbesondere kann die Karte nicht für NTRBoot genutzt werden, aber das SkyDock ist eine praktische Ergänzung. Ob sich die Karte allerdings lohnt hängt vom Fall ab. Heutzutage sind kostenlose Custom Firmwares aus der Community sehr leicht zu bedienen sodass sich die Sky3DS Plus nur lohnt wenn man keine Custom Firmware installieren möchte; zum Beispiel weil man in offiziellen Tournaments spielt, in denen gemoddete Konsolen verboten sind.

Positiv:
- Unterstützt alle 3DS Spiele & Konsolen
- Spiele können online gespielt werden
- Lange Kontakte, Stege zwischen allen Kontakten
- Sehr einfach zu benutzen
- Unterstützt FAT32 und exFAT Dateisystem
- Unterstützt getrimmte ROMs
. Mit USB Kabel und SkyDock sehr umfassender Lieferumfang
- Kein MicroSD Lesegerät erforderlich
- Farbe sehr ähnlich zu echtem 3DS Spiel
- Ermöglicht das Erstellen von Backups von originalen 3DS Spielen
-Geringerer Energieverbrauch als bei der Stargate 3DS

Negativ:
- Relativ teuer
- Unterstützt kein NTRBoot um Custom Firmwares zu installieren
- Unterstützt nicht direkt Homebrew
- Dumpen von Spielen relativ fehleranfällig

Noch einmal vielen Dank an dgchips.com für die Bereitstellung der Karte. Der Shop hat übrigens ein Lager innerhalb von Europa sodass man bei Bestellungen die innerhalb der EU versandt werden keine Angst vor dem Zoll haben muss.

Samstag, 29. Dezember 2018

AceNS Review (ace-3ds.com)


Struktur:
1. Überblick (mit offiziellen Funktionen)
2. Packung und Inhalt
3. Qualität des Produktes
4. Installation und Benutzung
5. Kompatibilität
6. Schlussergebnis

1. Überblick

Inzwischen ist nicht nur r4i-sdhc.com mit dem R4S Dongle, sondern auch ein weiteres Flashkartenteam von der DS Szene zur Nintendo Switch rübergeschwappt: das ace3ds.com Team. Früher nur für den Wood-Klon Ace3DS Plus und später mit der Ace3DS X galt das Team immer eher als Low Budget Hersteller, der sogar gerne für "XXX in 1" Cartridges genommen wurde. Dadurch, dass sie nicht unter den ersten RCM Dongles sind hatte dieses Prdukt mehr Zeit für die Entwicklung als die bisherigen Produkte. Ob sich das Image mit dem neuen Produkt, einem RCM Dongle, verbessert und ob sich die zusätzliche Entwicklungszeit gelohnt hat kann man im Folgenden lesen.
Bevor es richtig losgeht möchte ich darauf hinweisen, dass der Dongle nur auf älteren Nintendo Switch Konsolen, die noch nicht von Fabrik aus gepatcht sind, funktioniert. Ob deine Konsole unterstützt wird kannst du hier nachlesen. Grob lässt sich aber sagen, dass alle Konsolen, die vor Juli 2018 gekauft wurden, unterstützt werden sollten.
Vielen Dank an www.elespiel.com bzw. www.spielite.com für die Bereitstellung des Dongles.

Offizielle Funktionen (von der offiziellen Website, frei aus dem Englischen übersetzt):
- Funktioniert mit allen Nintendo Switch Systemversionen
- Unterstützt direkt payload.bin Dateien, bis maximal 6 Payloads
- 3 eingebaute Payloads: ATMOSPHERE, REINX und SXOS, einfach durch Tastendruck wechselbar
- Einfache Handhabung - er wird sofort als USB Flashgerät erkannt wenn mit einem PC verbunden
- Gute Kompatibilität, unterstützt Windows, Mac OS und Linux Systeme
- Firmware aktualisierbar

2. Packung und Inhalt


Im Gegensatz zur Konkurrenz, die eine Pappschachtel verwendet, wird dieser Dongle in einem wiederverschließbarem Döschen aus leicht milchig durchsichtigem Plastik geliefert. Auf der Oberseite ist das "AceNS 3in1" Logo zusammen mit der Produktbeschreibung "Payload.bin loader for NS" und der URL www.ace3ds.com aufgedruckt. Insgesamt macht das Döschen keinen besonders wertigen, aber dafür einen sinnvollen Eindruck, da man es allgemein zum Aufbewahren von Gegenständen verwenden kann. Nachdem man den Verschluss an der Unterseite eindrückt kann man den Deckel aufklappen und es kommen das USB Kabel, der JIG und der RCM Dongle zum Vorschein.

Das recht kurze schwarze USB A zu MicroUSB Kabel richt ziemlich chemisch. Im Gegensatz dazu ist der orangefarbene JIG fast geruchlos. Er hat wie der JIG vom Team Xecuter eine Seite, an der "On" steht und eine an der "Off" steht, aber das Plastik ist etwas grober. Wie alle etwas qualitativeren JIGs hat auch dieser dünne gebogene Kontakte, die schonend für die Pins der Switch sind. Im Gegensatz zu dem Jig von r4i-sdhc.com und dem vom SX Pro verbindet dieser den ersten Kontakt mit dem Zehnten.
Mal von dem Branding abgesehen scheinen sowohl Dongle, als auch Verpackung direkt von "XKit" zu kommen, wo der Dongle für ca. 10€ erhältlich ist.

3. Qualität des Produktes


Kommen wir zum Objekt, um das es eigentlich geht: den AceNS Dongle. Er ist sogar etwas größer als der R4S Dongle aber bietet dafür Kreuzschrauben zum Öffnen. Der MicroUSB Anschluss ist halb mit einem Deckel aus billigem weißen, durchsichtigem Plastik abgedeckt. Die Oberfläche wird von einer Platte aus sich gut anfühlendem dunkel durchsichtigem Plastik abgedeckt. Mit der Fingerspitze kann man die Stellen, an denen das ein Switch Logo, der AceNS Schriftzug, der Text "3in1 Loader" und ein Bildschirm aufgedruckt sind, ertasten. In der Mitte befindet sich des Weiteren eine Taste. Auf der linken Seite gibt es eine Schicht aus blau durchsichtigem Plastik, auf der gegenüberliegenden Seite eine aus orange durchsichtigem Plastik. Die Farben ähneln denen der Joy Cons aus der neonfarbenen Switch Konsole. Ganz unten ist eine weitere Schicht aus dunklem durchsichtigem Plastik, auf der der Schriftzug "www.ace3ds.com" steht. Darüber gibt es eine an den Seiten undursichtige weiße Schicht, die die Seite der Leiterplatte abdeckt. Der USB-C Anschluss, den man in die Konsole steckt, und der MicroUSB Anschluss an der Rückseite um den Dongle zu laden sind hier an der kürzeren Seite. Die ritzen daneben sind mit dunklem, durchsichtigem Plastik abgedeckt.
Richtig fancy wird es in der Dunkelheit. Denn wenn die LED weiß leuchtet, dann scheint sie durch das Plastik an der oberen, der linken und der rechten Seite. Ich persönlich habe eine große Schwäche für bunt leuchtende elektrische Dinge.


Wenn man den Dongle aufmacht fallen einem direkt die beiden 2.7V Superkondensatoren mit je einem Farad auf. Außerdem gibt es auf der Leiterplatte einige ICs deren Zweck ich nicht entziffern konnte und eine ganze Menge anderer Bauteile wie Kondensatoren und Widerstände. Der schimmernde Baustein in einer Reihe mit den beiden größeren ICs könnte ein Kristall zum Halten der Geschwindigkeit beim USB Transfer sein. Insgesamt sind doch einige Teile nicht ganz gerade angeordnet wodurch die Leiterplatte etwas billig wirkt. Es gibt mindestens 10 Testpunkte - einige dafür könnten in der Herstellung für JTAG o.ä. genutzt werden.

4. Installation und Benutzung

Laden des Dongles

Mehr als acht Starts direkt nacheinander hält der Dongle nicht durch und selbst wenn er vollgeladen ist entlädt er sich innerhalb weniger Stunden von selbst - obwohl er wie der SX Pro Superkondensatoren enthält. Wenn man ihn also sinnvoll verwenden möchte muss er vor jeder Verwendung geladen werden - und dazu muss man die Switch starten können oder ein anderes Gerät mit einem entsprechenden USB Anschluss dabei haben. AutoRCM ist wenn man nicht ständig eine Powerbank oder ein Handy mit Adapter (was den Sinn des Dongles untergraben würde) dabei haben möchte also keine Option.
Zum Laden kann man ihn entweder über den USB C Anschluss mit einem USB C Gerät verbinden oder über den MicroUSB Anschluss mit einem Computer o,ä. Damit man den Dongle über den MicroUSB Anschluss laden kann wird ein kurzes MicroUSB Kabel mitgeliefert. Sobald das Gerät vollgeladen ist leuchtet die weiße RGB LED.

Der erste Schritt

Nachdem der Dongle geladen wurde kann man die Konsole ausschalten, den JIG in die Schiene des rechten Joy Cons schieben; wenn man auf das AceNS Logo schaut und eine neonfarbene Konsole hat kann man sich an den Farben des Dongles bzw. des JIGs orientieren. Dann kann man gleichzeitig die Lautstärke + Taste und die POWER Taste drücken, um die Switch im RCM, also dem Recovery Mode zu starten. Wenn die Payload geladen wird leuchtet der Dongle in einer der Payload entsprechenden Farbe.

Payload wechseln


Um die Payload zu wechseln muss man das USB Gerät in eine eingeschaltete Konsole stecken und für ein paar Sekunden die Taste auf der Oberseite drücken. Daraufhin sollte sich die Farbe der LED ändern und der neue Payload geladen sein. Um ihn auszuführen muss man dann natürlich wieder die Konsole ausschalten und in den Recovery Mode gehen. Standardmäßig werden drei Payloads mitgeliefert. Wenn Atmosphère ausgewählt wird, leuchtet die LED blau, bei ReiNX grün und wenn SX OS gewählt wird rot.

Neue Payloads flashen


Der Dongle unterstützt insgesamt bis zu 6 Payloads - beim Ersten leuchtet die LED blau, beim Zweiten grün, beim Dritten rot, beim Vierten gelb, beim Fünften violett und beim Letzten hellblau. Um eine neue Payload auf den Stick zu laden oder eine alte zu ersetzen muss man den Dongle mit einem MicroUSB Kabel mit einem Computer verbinden und eine "payload.bin" in einen Ordner kopieren; dazu kann man auch die bereits vorhandenen Ordner USER1 bis USER3 verwenden. Der Ordnername darf nicht mehr als 18 Zeichen haben. In der "LAUNCH.TXT" im Hauptverzeichnis des Dongles wird ein Pfad zum aktuell ausgewählten Payload gespeichert. Insgesamt hat der Dongle knappe 2MB Speicherplatz für Payloads zur Verfügung.

5. Kompatibilität

- Atmosphère: Keine Probleme
- ReiNX: Keine Probleme
- SX OS: Keine Probleme

6. Schlussergebnis

Ich würde den Dongle absolut empfehlen - wenn da nicht die schwachen Kondensatoren wären. Im aktuellen Zustand ist er nur eine Option wenn man absolut kein Interesse an AutoRCM hat. Was das Aussehen angeht liegt er dank der sinnvollen Nutzung der LED natürlich ziemlich weit vorne. Es ist der Einzige von mir bisher getestete Dongle, der mehrere Payloads und das Wechseln dazwischen unterstützt. Mit den heutzutage verfügbaren Chainloadern ist das natürlich eine sinnvolle und hilfreiche Ergänzung aber kein Totschlagargument mehr.
Dazu kommt natürlich, dass der Dongle nicht von Ace3DS entwickelt wurde sondern dass Ace3DS nur als "Gesicht" für den Dongle von Xkit fungiert.

Positiv:
- Taste zum Wechseln des Payloads
- Einfach aufschraubbar
- Coole und sinnvolle Verwendung der LED
- Guter kontaktschonender JIG
- Gesamtpaket wirkt gut durchdacht
- Keine Aktivierung einer Lizenz notwendig
- Fairer Preis (um die 17€)
- Kein Bricking Code oder Zeitbombe

Negativ:
- Entlädt sich sehr schnell; deshalb für AutoRCM nicht zu gebrauchen
- Funktioniert nicht auf der neusten Switch Hardware Revision
- Rebrand von dem Dongle von Xkit
- Unterstützt nicht direkt das Booten von Linux/ Lakka
- Insgesamt eher billiger Eindruck


Noch einmal vielen Dank an www.elespiel.com bzw. www.spielite.com für die Bereitstellung des Dongles.

Yet another teaser

Ein Review zum AceNS, der im letzten Post geteasert wurde, sollte in den nächsten Tagen kommen. Außerdem noch ein anderes Review.
Die heutige Post kommt ursprünglich aus China, wurde aber zu mir aus Frankreich versandt.
Die Sky3DS+ mitsamt Dock, freundlicherweise von DGChips bereitgestellt.

Samstag, 29. September 2018

Zeit für den nächsten Teaser

Die Zeit für den nächsten Teaser ist gekommen - mal wieder für Post aus China.
Darin ist noch ein weiterer Umschlag.
Und darin ist das eigentliche Produkt.
Der AceNS Dongle, freundlicherweise von www.elespiel.com bzw. www.spielite.com bereitgestellt.

Donnerstag, 20. September 2018

Tutorial: Linux auf der Wii U ausführen (Lubuntu oder Debian)


Das nachfolgende Tutorial beschreibt, wie man auf der Wii U Linux installieren kann. Dabei sind sowohl Debian (Serverversion), als auch Lubuntu (Server- und Desktopversion) unterstützt.
Es gibt allerdings ein paar Einschränkungen. So stehen z.B. nur die hinteren USB Anschlüsse, keine Grafikbeschleunigung, kein Ton und nur 2GB RAM zur Verfügung. Eine aktuelle Liste mit der unterstützten Hardware findest du hier.

0. Anforderungen

Bevor man mit der Installation von Linux auf der Wii U starten kann, sollte man ein paar Anforderungen erfüllen. Folgendes wird notwendigerweise benötigt:
  • Wii U mit Homebrew Launcher (Coldboot Haxchi wird empfohlen), die an einen Bildschirm angeschlossen ist (man kann nicht nur das Gamepad verwenden)
  • PC mit Windows oder Linux als Betriebssystem
  • USB Speichergerät mit 512MB Speicherplatz, das keine wichtigen Daten enthält
  • SD Karte mit mindestens 10MB freiem Speicherplatz; es kann die gleiche wie für den Homebrew Launcher verwendet werden
  • USB Tastatur
Außerdem empfehle ich zusätzlich folgende Dinge wenn du einen von Linux unterstützen USB Hub hast:
  • USB Maus
  • USB zu LAN Adapter (nicht alle werden von Linux unterstützt)
  • LAN Kabel mit Internetverbindung

1. SD Karte vorbereiten

Wenn du auf der Wii U kein Coldboot Haxchi hast, dann benötigst du den CFW Booter auf der SD Karte.

Als Nächstes benötigst du das dtbImage, das auf die SD Karte in einen "linux" Ordner kopiert werden muss.
Die letzte Datei, die wir auf der SD Karte benötigen, ist eine fw.img-Datei, die ins Hauptverzeichnis kopiert werden muss. Du kannst sie hier finden.
Nach diesen Schritten solltest du folgende Dateien auf der SD Karte haben. Achte darauf, dass auch die Dateinamen inklusive Groß- und Kleinschreibung übereinstimmen.
SD:/fw.img
SD:/linux/dtbImage.wiiu
SD:/wiiu/apps/cfwbooter/cfwboot.elf
SD:/wiiu/apps/cfwbooter/icon.png
SD:/wiiu/apps/cfwbooter/meta.xml

2. USB Stick vorbereiten

Um das Image auf die SD Karte zu kopieren kann man entweder einen Computer mit Windows oder einen Computer mit Linux verwenden. Als erster Schritt muss der USB Speichermedium in den Computer gesteckt werden.
Nun muss man sich für eine Distribution die man starten möchte entscheiden und sie herunterladen. Ich persönlich empfehle bei allen USB Sticks, die mindestens 2GB groß sind die Lubuntu Desktop Version.

2.1. USB Stick unter Linux vorbereiten

Windows PC Nutzer können diesen Schritt überspringen.
Um den USB Stick vorzubereiten reicht es aus, das Image mithilfe von dd oder etcher auf den USB Stick zu schreiben. Dabei werden alle Daten auf dem Datenträger gelöscht.
Jetzt kannst du ihn sicher entfernen.

2.2. USB Stick unter Windows vorbereiten

Linux PC Nutzer können diesen Schritt überspringen.
Unter Windows musst du erst den Win32 Disk Imager herunterladen und installieren. Wenn du schon mal einen Raspberry Pi aufgesetzt hast solltest du ihn schon haben.
Als nächstes kannst du das heruntergeladene Image auf den USB Stick schreiben. Dazu kannst du im Programm im Image-Datei-Abschnitt auf das Ordnersymbol klicken und das entpackte Image auswählen. Dann kannst du unter dem Punkt Datenträger den Laufwerksbuchstaben auswählen.
ES IST WICHTIG, DASS DER RICHTIGE DATENTRÄGER AUSGEWÄHLT IST! ALLE DATEN AUF DEM DATENTRÄGER WERDEN GELÖSCHT!
Jetzt kannst du noch auf "Schreiben" klicken, darauf warten dass der Vorgang abgeschlossen ist, das Programm beenden und den USB Stick sicher entfernen.

3. Linux auf der Wii U starten

Der spannende Moment ist gekommen. Zuerst müssen sämtliche USB Speichergeräte von der Wii U entfernt werden. Stelle außerdem sicher, dass die SD Karte im SD Slot der Konsole ist.

Falls du Linux über den Homebrew Launcher starten müsstest ist jetzt der Zeitpunkt gekommen um den Homebrew Launcher zu starten, den USB Speichergerät in einen der hinteren Anschlüsse zu stecken und dort den CFW Booter zu starten. Erst danach dürfen die restlichen USB Geräte in die Konsole gesteckt werden.

Mit einem USB Hub kannst du die Tastatur und ggf. die Maus und den USB zu LAN Adapter inklusive LAN Kabel in den Hub stecken und eben diesen in einen der beiden hinteren USB Anschlüsse stecken. Wenn du nur eine USB Tastatur hast, dann muss diese in einen der beiden hinteren USB Anschlüsse gesteckt werden.

Falls du Coldboot Haxchi verwendest kannst du jetzt den USB Speichermedium in die Konsole stecken, selbige starten und beim Bootscreen das Haxchi-Menü aufrufen. Standardmäßig geht das mit der HOME-Taste. Hier kannst du auf dem Steuerkreuz vom Wii U Gamepad zu "Boot fw.img on SD Card" navigieren und zur Bestätigung "A" drücken.
Alles richtig gemacht sollte man jetzt von einer wunderschönen Konsole begrüßt werden, die einen freundlichst nach dem Benutzernamen fragt.

4. Linux einrichten

Für alle Eingaben im folgenden Abschnitt muss man bedenken, dass Tastaturen standardmäßig mit dem US Layout belegt sind. Um herauszufinden welche Taste wo ist kann man folgendes Bild verwenden:
Um das Layout bis zum nächsten Neustart auf ein deutsches umzustellen kann man nachdem man sich angemeldet hat folgenden Befehl verwenden: "setxkbmap -layout de".

4.1 Debian einrichten

Wenn du ein Lubuntu Image heruntergeladen hast, kannst du diesen Schritt überspringen.
Die Anmeldedaten für die Konsole lauten sowohl für Benutzername, als auch für Passwort "root". Um das Passwort zu ändern kannst du den Befehl "passwd" verwenden.
Ohne LAN Anschluss ist das Tutorial jetzt schon abgeschlossen. Du kannst z.B. den Befehl "nano" verwenden um einen Texteditor zu öffnen und Dokumente zu bearbeiten.
Mit einer Internetverbindung kannst du dir aus dem Internet Softwarepakte für die Konsole herunterladen. Da Debian die URLs für den PowerPC Beta Branch geändert hat müssen sie umgebogen werden. Eine Anleitung dafür findest du hier.

4.2 Lubuntu einrichten

Wenn du ein Debian Image heruntergeladen hast, kannst du diesen Schritt überspringen.
In der Konsole kann man sich mit dem Benutzernamen "root" und dem Passwort "wiiu" anmelden. Um das Passwort zu ändern kannst du den Befehl "passwd" verwenden.
Als Nächstes empfehle ich, die Größe der Hauptpartition der Größe des USB Sticks anzupassen. Standardmäßig ist diese nämlich nur ca. 300MB bzw. 2GB groß. Das geht mit folgendem Befehl: "/usr/local/share/linux-wiiu/rootfs_enlarge.sh".
Jetzt sollte die Wii U neustarten. Um das Image erneut auszuführen muss man als Homebrew Launcher Nutzer wieder den Homebrew Launcher und dann den CFW Booter starten bzw. als Coldboot Haxchi Nutzer das Haxchi Menü öffnen und "Boot fw.img on SD Card" auswählen.
Alle Nutzer des Server Images sind jetzt fertig. Aber Desktop Nutzer wollen natürlich noch eine fancyge Oberfläche haben.
Um die zu aktivieren muss man sich erneut mit einloggen (hier ggf. das neue Passwort verwenden) und die folgenden zwei Befehle ausführen: "dpkg-reconfigure lightdm" und "reboot". Auch hiernach muss Linux erneut ausgeführt werden.
Im Folgenden sollte man in einem normalen Desktop Loginscreen landen. Hier kann man sich als anderer Nutzer wieder mit den Logindaten einloggen und ggf. in den "System Tools" unter "Users and Groups" in dem Apps Menü einen neuen Nutzer erstellen.

5. Was jetzt?

Eine gute Idee wäre es wenn man eine Internetverbindung hat erstmal mit den Befehlen "sudo apt-get update" und "sudo apt-get upgrade" die Pakete zu aktualisieren. Bei der Installation von neuen Paketen sollte man bedenken, dass viele nicht unter der PowerPC Architektur verfügbar sind.
Außerdem möchtest du vermutlich, dass das System immer ein deutsches Tastenlayout verwendet. Man kann das Layout folgendermaßen ändern:
In der Datei "/etc/default/keyboard" befindet sich der Parameter "XKBLAYOUT", dessen Wert man auf "de" ändern muss. Das sollte dann folgendermaßen aussehen:
"XKBLAYOUT="de".
Unter der Lubuntu Desktop Version kann man jetzt z.B. mit Firefox im Internet surfen. Hier sollte man allerdings bedenken, dass es keine Hardwarebeschleunigung für die Grafik gibt. Außerdem kann man sich Filme ohne Ton oder PDF Dokumente anschauen.
Ansonsten kann man z.B. mit dem Befehl "sudo apt-get install openttd" das Spiel OpenTTD installieren und danach spielen.

Dienstag, 28. August 2018

R4S Dongle Review (r4i-sdhc.com)

Struktur:
1. Überblick (mit offiziellen Funktionen)
2. Packung und Inhalt
3. Qualität des Produktes
4. Installation und Benutzung
5. Kompatibilität
6. Schlussergebnis

1. Überblick

Nachdem das Team Xecuter einen USB Dongle zum Ausführen einer Custom Firmware auf Nintendo Switch Konsolen herausgebracht hat war es nur eine Frage der Zeit, bis weitere Größen in der Szene folgen. Dadurch, dass seit Juli 2018 immer mehr gepatchte Konsolen verkauft werden, auf denen der Exploit nicht mehr funktioniert, ist es höchste Zeit derartige Produkte auf den Markt zu bringen. Das tut jetzt auch das r4i-sdhc.com Team, welches seit vielen Jahren für ihre Mainstream-DS Flashkarten mit Zeitbombe bekannt ist. Im Gegensatz zum SX Pro gibt es hier allerdings keine eigene Custom Firmware. Es werden mehrere Dateipakete mit CFWs aus der Community angeboten und der Dongle erlaubt es die Payload zu ändern sodass man auch z.B. das SX OS damit starten kann.
Diese USB Dongles sind nicht unbedingt nötig. Man kann auch ein Handy oder einen Computer verwenden um die Arbeit zu übernehmen. Allerdings muss man dann immer ein Kabel mitnehmen und ein kleiner Dongle ist insbesondere in der Öffentlichkeit deutlich weniger auffällig als es mit einem Handy der Fall wäre.
Der Artikel wurde mir freundlicherweise vom r4i-sdhc.com Team als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür.

Offizielle Funktionen (von der Rückseite der Verpackung, frei aus dem Englischen übersetzt):
- Offener Quellcode
- Funktioniert auf jeder Firmware aus jeder Region
- Einfach benutzbarer Dongle um einen Homebrew Loader zu starten oder eine Custom Firmware inklusive SX OS
- Einfach die Payloads zu aktualisieren
- Enthält USB Dongle und Payloads sind kostenlos herunterladbar
- Kein Löten notwendig
- Garantie bleibt erhalten
- Komplett aktualisierbar indem man einfache Drag- and Drop Operationen verwendet

2. Packung und Inhalt



Wer einen Artikel des Herstellers hat, der kennt die Verpackung: eine rote Box, auf deren Vorderseite das R4(s)-Logo prankt. Darunter steht nicht 3DS sondern DONGLE FOR SWITCH. Auf der, verglichen mit dem Karton von der R4i B9S leicht dunkleren Rückseite, stehen die offiziellen Funktionen und Entsorgungshinweise. Wenn man die Box öffnet kann man eine durchsichtige Einlage aus Plastik herausziehen, die in drei Fächern ein USB A zu MicroUSB Kabel, einen JIG und den Dongle enthält. Das USB Kabel ist relativ dünn, kurz und wird verwendet um den Dongle zu laden und um den Payload zu aktualisieren; mehr dazu später. Der JIG wird an der Switch in die Schiene für den rechten Joy-Con geschoben um Pin 7 und 10, die der Joy Con im gedockten Modus verwendet, zu verbinden. Zusammen mit einer Tastenkombination kann man die Switch dann in den Recovery Mode starten. Als letztes befindet sich in der Packung der Dongle, den man in den USB C Anschluss der Switch steckt. Wenn die Switch sich im Hauptmenü befindet kann der Dongle auch durch sie aufgeladen werden. Im Recovery Mode kann er den Payload übertragen, durch den man z.B. eine Custom Firmware auf der Switch starten kann.

3. Qualität des Produktes


Auf der Rückseite des matten schwarzen JIGs befinden sich einige Pfeile die zeigen in welcher Orientation der Dongle in die Konsole geschoben werden muss. Die Kontakte sind sehr dünn und scheinen biegbar zu sein - für die Pins mit denen er verbunden werden soll deutlich besser als die Meisten anderen verkauften JIGs. Direkt über den Kontakten ist das R4S Logo herausgehoben. Außerdem hat er eine zylinderförmige Aussparung anhand der man ihn z.B. an einem Schlüsselanhänger befestigen kann.

Das Herzstück, also der Dongle, ist auch aus mattem schwarzen Plastik und aufgrund des Akkus etwas größer als der SX Pro. Auf der Vorderseite kann man das R4S Logo, eine Aussparung für eine zweifarbige LED und eine Taste sehen. Wenn man es zusammendrückt merkt man, dass es leicht nachgibt. Dementsprechend hätte die Hülle etwas dicker sein können. Die Oberseite bietet einen USB C Anschluss, den man direkt in die Switch stecken kann. Die gegenüberliegende Seite, also die untere, hat eine Aussparung mit einem Micro USB Anschluss. Hier kann man das mitgelieferte USB Kabel reinstecken. Die restlichen Seiten bieten keine weiteren Details.


Durch vorsichtiges Ziehen an dem Schlitz, der über die Seiten des Dongles verläuft, kann man ihn öffnen. Dabei sollte man allerdings sehr vorsichtig sein, da er durch vier dünne Plastikpins zusammengehalten wird, die unter stärkerer Belastung schnell brechen könnten. Auf der Oberseite der schwarzen Leiterplatte kann man einen IC ohne Markierung sehen. Außerdem gibt es eine Menge Transistoren, Widerstände, Dioden und Kondensatoren. Die auf dem linken Bild gold schimmernde Oberfläche gehört zu dem Schalter. Außerdem steht auf meinem Exemplar in weißer Schrift "S2-V1".
Auf der Rückseite fällt eigentlich nur ein kleiner Akku auf, der per Hand auf die Platine gelötet wurde. Befestigt ist er durch ein Stück doppelseitiges Klebeband. Die Kontakte auf Akkuseite sind mit isolierendem Klebeband abgedeckt. Auf der Energiequelle ist die Aufschrift "CL 401230 3.7V 120mAh".

4. Installation und Benutzung

Da die hier verwendeten Custom Firmwares frei verfügbar sind und nicht von r4i-sdhc.com stammen werde ich nur auf die Schritte eingehen die man direkt mit dem Dongle in Verbindung stehen, es wird also keine Anleitung für die Custom Firmwares selbst geben. Sowohl für ReiNX, als auch für Atmosphère werden Anleitungen und fertige Downloadpakete die man nur noch auf die SD Karte entpacken muss angeboten. Bei Atomsphère gibt es einen eigenen Startbildschirm mit dem Logo des Dongles, das man auf dem Bild sehen kann.

Der erste Schritt

Nachdem alle Dateien auf die Speicherkarte kopiert wurden muss der Dongle ggf. umgeflasht werden (mehr dazu später). Danach kann man die Switch ausschalten, den rechten Joy Con durch den JIG ersetzen, den RCM Dongle in den USB C Anschluss der Konsole stecken und die Konsole durch Halten von der Lautstärke + Taste und der Starttaste anschalten. Jetzt sollte die gewünschte Custom Firmware ausgeführt werden. Standartmäßig ist der Dongle für die Atmosphère CFW und Hekate geflasht, wenn man diese starten möchte ist also kein erneutes Flashen notwendig. Da das Team vollständig quelloffene Custom Firmwares aus der Community verwendet ist keine Aktivierung einer Lizenz notwendig. Allerdings müssen .XCI-Dateien vor der Verwendung konvertiert werden. Im Gegensatz zur R4i B9S vom gleichen Hersteller hat das Atmosphère Bundle übrigens keine "Zeitbombe". Man kann sie Problemlos mit zukünftigen Daten verwenden.

Laden des Dongles
Wenn der Dongle nicht mehr funktioniert kann es daran liegen, dass der Akku leer ist. Es gibt zwei Möglichkeiten, den Dongle zu laden. Man kann ihn entweder in eine eingeschaltete Switch Konsole oder über das mitgelieferte USB Kabel in den Computer stecken. Beim Laden leuchtet die rote LED auf.

Payload verändern
Das Team bietet Bootmöglichkeiten für ReiNX, Atmosphère, Hekate und das SX OS von Team Xecuter an. Linux bzw. Lakka lässt sich nur über den Chainloader von Hekate starten.
Zum Ändern der Payload muss man sich zuerst die Zielpayload herunterladen. Eine Auswahl gibt es auf der Seite des Herstellers. Danach kann man den Dongle über das mitgelieferte USB Kabel mit einem Computer verbinden und zwei mal auf die Taste am Dongle drücken. Jetzt sollte der Computer ein neues Laufwerk mit dem Namen R4S finden. Die enthaltene CURRENT.UF2 kann man durch eine neue ersetzen. Sobald dies geschehen ist entfernt sich der Dongle automatisch vom Computer. Ein offizielles Tool zum Konvertieren jedweden Payloads in eine UF2 Datei gibt es leider nicht.
Wenn man trotzdem eigene Payloads verwenden möchte könnte es helfen sich in die Payloads für den Adafruit Trinket einzulesen, da vermutlich die gleichen Payloads verwendet wurden.

5. Kompatibilität

- Atmosphère: Keine Probleme
- ReiNX: Keine Probleme
- SX OS: Keine Probleme

6. Schlussergebnis

Insgesamt handelt es sich um ein gelungenes Produkt, das eine gute Alternative zum SX Pro bietet. Auch wenn eine eigene Custom Firmware ein netter Bonus wäre, so ist es ausreichend die öffentlichen Optionen zu verwenden, insbesondere da das Wechseln des Payloads möglich ist. Es gibt einige günstigere Optionen, die allerdings auch einen deutlich billigeren Eindruck hinterlassen. Um die Custom Firmware Bundles von r4i-sdhc.com verwenden zu können wird der Dongle übrigens nicht zwangsweise benötigt. Man kann auch ein anderes Gerät verwenden welches das Ausführen von Fusée Gelée Payloads unterstützt.

Positiv:
- Guter kontaktschonender JIG
- Gesamtprodukt wirkt professionell
- Einfache Bedienung
- Erlaubt Wechseln des Payloads
- Keine Aktivierung einer Lizenz notwendig
- Fairer Preis (um die 17€)
- Kein Bricking Code oder Zeitbombe

Negativ:
- Funktioniert nicht auf der neusten Switch Hardware Revision; also einer steigenden Zahl von Konsolen, die nach Juni 2018 gekauft wurden
- Unterstützt nur offizielle Payloads
- Unterstützt nicht direkt das Booten von Linux/ Lakka
- Entgegen Werbung nicht vollständig quelloffen (z.B. Hardwareschematik fehlt)

Noch einmal vielen Dank an das r4i-sdhc.com Team für die Bereitstellung der Karte.

Sky3DS Plus Review (sky3dsplus.net)

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